Ich wollt ich wär ein Huhn …

ein Lied von den Comedian Harmonists


Ich wollt’ ich wär’ ein Huhn,

ich hätt’ nicht viel zu tun,

ich legte vormittags ein Ei

und abends wär’ ich frei.

Mich lockte auf der Welt

kein Ruhm mehr und kein Geld

und fände ich das große Los

dann fräße ich es bloß.

Ich bräuchte nie mehr ins Büro,

ich wäre dämlich, aber froh.

Ich wollt ich wär’ ein Huhn,


ich hätt’ nicht viel zu tun,


ich legte täglich nur ein Ei


und sonntags auch mal zwei.


Der Mann hat’s auf der Welt nicht leicht,


das Kämpfen ist sein Zweck.

Und hat er endlich was erreicht,

nimmt’s eine Frau ihm weg.

Er lebt, wenn’s hoch kommt, hundert Jahr

und bringt’s bei gutem Staat

und nur, wenn er sehr fleißig war,

zu einem Rauschebart.

Ich wollt’, ich wär ein Huhn,


ich hätt’ nicht viel zu tun.


Mich lockte auf der Welt


kein Ruhm mehr und kein Geld.


Ich brauchte nie mehr ins Büro


und Du wärst dämlich, aber froh.


Ich wollt’, ich wär ein Hahn,


dann würde nichts getan.

Ich legte überhaupt kein Ei

und wär’ die ganze Woche frei.

Dann lockt mich auf der Welt

kein Ruhm mehr und kein Geld.

Ich setz’ mich in den Mist hinein

und sing für mich allein.

Ich ginge nie mehr ins Büro,

denn was ich brauchte, krieg ich so.

Ich wollt’, ich wär’ ein Hahn,


dann würde nichts getan.


Ich würd’ mit meinen Hühnern gehen,


das wäre wunderschön.


Wenn du dich nur nicht mal täuschst du mein lieber Hahn. Du bist und bleibst ein Gockel. Gleich als junger Wicht, bevor du das Ei deiner Henne begattet hast, wirst du garantiert knallhart kastriert. Du landest dann als zertifizierter Qualitätskastrat in der Gourmetküche vom Schlosshotel Gockel. Dort liegst du nur allzu bald in deinem eigenen Saft, rundum gewürzt und flambiert, auf einem goldigen Teller, zerteilt vom gehetzten Kellner, der keinesfalls davon träumt, ein Huhn, Hahn oder Gockel zu sein. Der sich nur wünscht, irgendwo auf der Welt als steinreicher Farmer, möglichst viel sein eigen zu nennen, darüber zu verfügen und zu bestimmen.


Der Mensch hat Gefühle. Er kann sie zeigen.


Er kann sich darüber äussern, sich wehren.


Der Mensch hat Träume,


die er sogar verwirklichen kann,


wenn er sich nicht all zu blöd anstellt.


Alle anderen Lebewesen auf dieser Welt,


dürfen oder müssen ihr Leben so ertragen,


wie es der Mensch für sie plant, arrangiert und regelt.


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Ein abgeknalltes Huhn singt …

… auf You Toube


unter www.jumpiee.com/video:


Ich bin ein kleines Moorhuhn und komme aus dem Moor -


ich bin so verletzt -


 am Schluss macht’s peng und ich bin tot!


Im heutigen Tages – Anzeiger (auf Seite 40, im Wirtschaftsteil) entdecke ich den Artikel “Eiertanz” – die EU scheitert im Kampf gegen Eierfabriken. Seit dem 1. Januar gilt in der EU die Käfighaltung von Hühnern. Anscheinend will sich niemand daran halten – mit dem Resultat, dass es immer noch Millionen geschundener Hühner gibt; und so auf dem europäischen Markt in Hülle und Fülle Billigeier zum Verkauf bereit stehen. Deklaration hin oder her! Was nützt diese, wenn sie nur für Schaleneier gilt, aber nicht für die vielen Halbfabrikate (flüssige Eier) und Endprodukte (z.B. Tiefkühlware, Backmischungen, Guetzli, Teigwaren, Kuchen etc.), denen herkunftslose Eier beigemengt werden. Nicht nur die Henne und ihre Eierproduktion ist nicht immer so koscher. Auch das Güggeli, die der Güggelheini als knusprig gebratene Ware anbietet, hat sicher nicht überall ein gutes -regelkonformes Leben geniessen dürfen. Bei dieser Mastware kennt man zwar meistens das Herkunftsland. Die Produktionsstätten weisen sich meist als zertifizierte Betriebe aus. Was diese Normen für das Qualitätsmanagement der Hühner und Gockelhaltung bedeutet steht in den Sternen. 


Das Moorhuhn weiss, dass es scheisse ist gejagt zu werden oder als Batteriehuhn zu leben. Darum hat es obigen Aufschrei ins Internet gesetzt. Es erträumt sich davon, dass ein Bauer sich seiner erbarmt und ihm einen guten Job auf seinem Hof gibt. Wo es dann entweder als Legehenne oder als Bruthenne ihren Pflichten nachkommen darf, ohne dass es misslich gehalten  oder mit irgend welchem Zeug gemästet wird. Wo es sich sein  Futter selber aufpicken darf und sich dabei mit einem freilaufenden Güggel vergnügen oder streiten kann. 


Jedes Lebewesen auf unserer Erde,


sei es noch so klein.


hat das Recht nicht nur geduldet 


sondern seiner Art angemessen unter uns zu sein,


ohne ausgebeutet oder geschröpft zu werden.


mutti



 

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Da stehe ich vor dem Eierregal und lese …

… “Trinkeier von glücklichen Hühnern mit Auslauf!”



Na sagt mal, seit wann denken die Hühner über den Sinn und Zweck und über das Glück und Unglück nach?! Bruthennen sind nicht unbedingt glücklicher als Leghennen! Ob befruchtetes Ei oder Gipsei, das ist dem Huhn egal! Hauptsache es hat was zu tun! Hühner denken nicht einmal darüber nach, ob sie einen Güggel brauchen oder nicht! Das ist ihnen nämlich auch schnurz. Erst, wenn sie sich darauf besinnen könnten, was sie in ihrem Leben verpasst hätten, nicht richtig gemacht oder zerstört hätten, würden sie lernen über Glück und Unglück nachzudenken. Erst dann könnten sie überglücklich oder gottsjämmerlich unglücklich und depressiv werden, wie wir als Homo sapiens.


Mein Vater pflegte zu sagen: ”Wenn du meinst, du hast das Glück, dann spielt die Musik ein anderes Stück!” Wir Kinder interpretierten diesen Spruch als lustige Aussage, weil für uns Glück und Musik ganz einfach zusammen gehörten. Dass beim Glück erhaschen etwas dazwischen kommen könnte, das können sich Kinder überhaupt nicht vorstellen. Erst als Erwachsene geraten sie in Versuchung, hin und wieder, wie der Schacher Seppli sinnierend zu singen: “Mir mag halt niemert öppis gunne”.


Damit komme ich wieder auf die Hühner zurück. Die sind die Ruhe selbst und nervlich voll im Schuss. Sie können zwar etwas fühlen wie Schmerz, Langeweile, Durst oder Hunger. Doch sich auf diese Gefühle einen Reim machen, können sie sicher nicht. Deshalb nehme ich an, dass Hühner gar nicht erahnen können, wie viel ihnen den lieben langen Tag erspart bleibt, wenn sie nicht über den Sinn des Lebens und über Glück und Pech nachdenken müssen, wollen, können … Sie können keine Überlegungen darüber anstellen, ob ihnen etwa zusteht oder nicht, ob sie das Glück oder Unglück gepachtet haben oder nicht!


Erst auf der Stufe Mensch – zum Beispiel als Metzger oder Koch – studiert man sich fast das Hirn aus, ob die Wahl vom Huhn X, anstelle dem kastrierten Gockel Y, nicht doch die bessere und  glücklichere Variante gewesen wäre. Das Wort “Neid – Missgunst” oder “das Hadern mit sich selbst” begleitet uns also praktisch tagtäglich,  zum Beispiel so: “Wenn ich der Maître de Cuisine vom Schlosshotel Gockel wäre, bekäme ich die Gelegenheit,  nur die zartesten Hühnchen zu einem wunderbaren Courmet Menue zu verarbeiten. Ich würde damit Ruhm und Ehre erlangen. Bei meinem Begräbnis würde ich mit vollen einhundert Salutschüssen geehrt werden – so wie damals der Baron von Gockelhausen, als Besitzer von abertausenden glücklichen Hühnern!”


Man will nicht nur glücklich sein,


sondern glücklicher als die anderen.


Das ist jedoch deshalb so schwer,


weil wir die anderen für glücklicher halten,


als sie es wirklich sind …


Charles de Secondat, Baron de Montesquieu


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Was ist das?

Zwei Sätze vorwärts, einer rückwärts?


Ganz einfach:


Ein verkaterter Morgenmuffel


liest die Morgenzeitung!


mutti


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Der Feind …

in meinem Bett!


Diesen Titel entnehme ich aus der heutigen Sonntagspresse. Der Untertitel lautet: “Wanzen erobern die Schlafzimmer – sie sind resistent gegen Insektizide”. Halbverschlafen lese ich diese Zeile nochmals: Es gibt sie also doch die Wanze – im Bett!


Vor Jahren besuchte ich mit meiner Freundin Russland. Im Vorfeld dieser Reise bekam ich von Kollegen immer die gleiche Warnung: “Sieh dich vor! Überall lauern Wanzen, besonders in den Hotelzimmer!” – “Kein Problem! Geb’ darauf acht!”


Als erstes beziehen Olga und ich ein Hotelzimmer in Moskau. Meine russische Begleiterin muss dringend mal, und ich nutze die Zeit unsere Betten von oben bis unten von hinten nach vorne einzusprayen. Als Olga wieder zu mir ins Zimmer kommt, meint sie dieses Hotel  rieche etwas eigenartig … Am nächsten Tag fliegen wir weiter nach Omsk. Auch dort spraye ich während Olgas Abwesenheit unsere Betten gründlich ein. Da meint die Russin: “Du! Hier riecht es wie in Moskau!” In unserem nächsten Hotel am Baikalsee spraye ich wieder brav die Betten ein – und – s’Olgeli erwischt mich diesmal dabei! “Sag mal mutti! Spinnst du, willst du uns vergiften?” – “Nein, nein! Auf diese Weise vertreibe ich die Wanzen aus unseren Betten!” – “Aber Mutti, die Wanzen sind nicht in unseren Betten, sondern meistens hinter den Heizungsradiatoren versteckt!” – “So, dann wollen wir mal!”, und schon beginne ich wieder mit dem Versprühen. “He, mutti! Du bist aber so etwas von daneben! Keine  kriechenden Wanzen, sondern klitzkleine Mikrophone, die man Wanzen nennt, werden jeweils in den Hotelzimmer zum Abhören der Gespräche irgendwo versteckt angebracht. Doch, hier in Irkutsk hat es todsicher keine Abhörwanzen! Moskau ist sooo weit weg! Unmöglich können die dort mithören, was sich die Touris hier in der Pampa so erzählen!”, sagt’s und überreicht mir ein wunderschönes Brot mit etwas Salz und einen saustarken Wodka. “So, mutti! Stossen wir auf eine wunderbare Reise durch das geheimnisvolle sibirische Russland an!”


Legt man eine Zitrone neben eine Orange,


so hören sie auf,


Zitrone und Orange zu sein.


Sie werden Früchte!


Georges Braque


Wer von uns auf dieser Reise, die dann noch durch die Mongolei führte, die Zitrone oder Orange war, weiss ich nicht mehr. Zu huntertpro outeten wir uns als zwei sehr unternehmungslustige und scheinheilige Früchtchen, die als neugierige Spanner hin und wieder doch mal arg in Schwierigkeiten gerieten …

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Als Kind durften wir …

mit einem Blocher durch die Wohnung blochen!


Der Glanz auf den Böden, der feine Geschmack der Reinigungsmittel und dann das Lob der Mutter – hinterliessen in unseren Herzen jeweils die höchsten Glücksgefühle. Denn wenn unsere Mutter uns hiess, die Böden mit dem elektrischen Blocher zu polieren, durften wir uns auf ein tolles Wochenende freuen, mit viel Besuch, feinem Essen und Jubel Trubel Trallala.


Als grössere Kinder fanden wir, so ein Blocher sei ätzend und stier. Wir verdammten das Gerät in die hinterste Ecke, dies um einerseits nicht mehr wegen Besuch extra blochern zu müssen, andererseits um nicht als Füdlibürger zu gelten.


Nun bin ich erwachsen, und ich erlebe tag täglich kraftvolle Blochereien! Blocher hier und Blocher da! Zu allem und jedem muss der Blocher durch unsere Stuben blochen, um unsere grundfesten Böden zu bohnern. Dies geschieht manchmal tatsächlich überlegt und gescheit, dann wieder verbockt und absurd gestikulierend. Je älter die Gerätschaft Blocher wird, wirkt er auf mich wie ein pubertierender, schnodrig artikulierender Grossvater mit winkelriedischen Tendenzen. Wobei der Winkelried liess sich tapfer durchbohren von Lanzen der Ausländer. Die Eidgenossen konnten so tatsächlich die Habsburger besiegen. Der durchlöchterte Winkelried wurde als Held begraben. Von da an hat ihn niemand mehr gesichtet, weder zu Sempach noch im zürcherischen Albisgütli oder im Nationalrat zu Bern. Doch der altwürdige und echte Winkelried wird heute noch verehrt.


Der altbewährte Blocher, den ich auch einmal bewundert habe, sollte nun wirklich sein Pferd absatteln und sich wie ein würdiger Grossvater auf das warme Kachelofenbänkli besinnen. Er darf von da aus, wie es sich für einen anständigen Grossvater gehört, Hinz und Kunz beratend über die Schulter schauen. Er darf dann Geschichten erzählen und im Stillen Lösungswege ausknobeln so viel er will. Nur das Belehren, Agieren und Demonstrieren soll er nun endgültig andern überlassen. Denn nur als gemässigter und entwaffnender Typ kann er sich einmal darauf freuen als Glücksritter in Stein gehauen zu werden. Hingegen, wenn er immer noch meint er sei der Grösste, wird er (bereits zu Lebzeiten)  als eine in Felsen gemeisselte teuflische Gestalt in der Wasserschneise vom Rheinfall hausen müssen.



Der Beweis von Heldentum


liegt nicht im Gewinnen einer Schlacht,


sondern im Ertragen von einer Niederlage.


David Lloyd Gerog, englischer Staatsmann


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Im Lügenzeitalter ist Filz …

ein sehr modisches Accessoire …


auf der ganzen Welt 


und sogar in der kleinen so netten Schweiz.


Da der Mensch sehr innovativ und erfinderisch ist, hat er bereits in der Steinzeit seine Haare zum Schutze vor Sonne oder Kälte verfilzen lassen – und – seine Kopfhaare sogar in dichte Filzstränge geflochten. Heutzutage sind diese Dreadlocks  von Staates wegen verpönt, da die Departemente des Inneren und des Äusseren die Kostenstelle   “Laustante” komplett aus ihrem Ausgabenprogramm gestrichen haben. Seither haben sich viele Leute dazu entschlossen eine Glatze zu tragen; denn sich am Kopf zu kratzen, wegen zu dichtem Filz, ist in der Politik und Wirtschaft, sehr verpönt.


Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Menschheit ohne Filzbedeckung nicht bestehen kann.  Findige Köpfe haben deshalb begonnen die fette Wolle von besonders haarigen Schafen abzukämmen und daraus Filzstoffe, genannt Loden, herzustellen. Für besser gestellte Leute müssen dafür die Ziegen herhalten. Denn das Produkt aus Ziegenhaar  ist ein besonders wertvolles Kaschmirstöffchen. Dieses dient, eben so gut wie Loden, als zuverlässiges Deckmäntelchen gegen Wind und Wetter.


Der Trend, sich mit Loden und Kaschmir einzudecken nimmt heutzutage kontinuierlich zu. Diese Mode wird so lange andauern, bis unsere  innovativen und cleveren Kinder und Enkelkinder checken, dass der profit- und gewinnsüchtige Filz die Menschheit verdirbt. Sie werden erkennen, dass der Filz zu einer äusserst peinlichen Belastung für alles und jedes werden kann. Sie werden sich dann hoffentlich rechtzeitig auf die hundsgemeine Filzmotte besinnen. Denn diese Kreatur ist alleine in der Lage, dicht vernetzte Systeme nachhaltig  zu durchlöchern, aufzuweichen und zu zersetzen – dies obwohl der Filz den legendären Ruf inne hat, undurchdringbar und unzerstörbar zu sein.


Diese von unseren Jungen angezettelte Antifilzreform wird als eine der schlimmsten in unsere Geschichte eingehen. Denn die gerissene Filzgeneration wird sich gegen die  neue revolutionäre Mottengeneration verbissen mit allen Mitteln wehren. Sie werden den Anbau von Lavendel und die Produktion von Mottenkugeln lancieren, damit ihre  Deckmäntelchen nicht von gefrässigen Würmer und Falter zerzaust und vernichtet werden können. 


Egal ob von Schaf oder Ziege,


Filz ist heutzutage ein Muss.


Wer etwas auf sich hält


trägt Loden und Kaschmir.



Nur der naive Mob versteckt sich


im leicht durchschaubaren Leinensack.


mutti

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Frau Holle soll es richten …

 … und sie hat gerichtet!


Ihr kennt ja sicher alle das Märchen “Frau Holle”. Dieses beginnt mit einer bösen Stiefmutter, die ihr eigenes Kind mehr liebt, als ihre Stieftochter. Nun ihr leibliches Mariechen wird verwöhnt und das Stiefkind wird zum Arbeiten verdonnert.


Einmal fällt dem chrampfenden Mädchen ein Werkzeug in den tiefen Brunnen. Das Mädchen springt ins Wasser, um das Werkzeug heraus zu holen. Aber heiliger Bimbam, das Kindchen taucht nicht mehr auf. Es hat in diesem Wasserloch einen neuen Ausbeuter gefunden. Es muss noch mehr arbeiten als früher. Es wird genötigt Brot zu backen und reife Äpfel von den Bäumen zu schütteln. Da Frau Holle weiss, dass Kinderarbeit nicht erlaubt ist. Deshalb holt sie das fleissige Mädchen zu sich ins Haus. Dort darf die Kleine den lieben langen Tag lang Kissenschlachten veranstalten. Je mehr Federn fliegen, um so besser; denn dann schneit es auf der Erde. Die liebe Frau Holle ist so froh, dass in ihrem Haus endlich wieder Kinderlachen ertönt, dass die Erde endlich wieder einmal richtig eingeschneit wird. Sie betreut deshalb das muntere Mädchen und versorgt es mit allem und jedem was so ein lebhaftes Wesen tagein tagaus benötigt. Natürlich schneit es dann auf der Erde nicht. Doch das ist ja schnurz. Denn wir auf der Erde wissen ja, wenn es nicht gerade schneit, darf sich ein Kind etwas erholen und einfach sein Leben geniessen.


Aber wie es halt so mit Kindern ist, es wird ihnen bald einmal langweilig und sie möchten nach Hause – so auch das Pflegekind von Frau Holle. Frau Holle wird darüber sehr traurig. Doch sie versteht das Mädchen und öffnet ihm Tür und Tor, damit es zu seinen Lieben eilen kann. Als die Kleine so unter dem Tor steht und sich nochmals zur Frau Holle umdreht, um ihr zu winken, regnet es auf einmal lauter Gold über das aufgeweckte Kind. Hei wie sich die Kleine darüber freut.


Schnell rennt es nach Hause.  Der Güggel ist der erste, der sie sieht. Er kräht und ruft: “Kikerikii unsere goldige Tochter ist wieder hier!” Die steife Mutter und ihre windige Tochter rocken dem goldigen Stiefkind entgegen und gröhlen: “Ist ja voll krass! Hey, abgefackt höllisch genial!” Marie und ihre Mutter wollen sofort getscheckt haben, wieso diese Tussy jetzt so goldig abgefahren vor ihnen steht. Das Mädchen berichtet ihnen alles. Ja super, jetzt möchte Marie auch zur Frau Holle. Als die Mutter ihr abartiges Kind in den Brunnen wirft, kräht dieses erst höllenmordsmässig irre, um dann sogleich im Brunnenloch rechtens um den Bäckereibetrieb zu schleichen; die Apfelbäume lässt es ebenfalls links liegen. Bei Frau Holle, läutet es sturm und  schleimt: “He Alte, sag wo ist das mega geile Tor mit dem goldigen Kick!” – “Schau mein Kind, komm du zuerst in mein Haus. Wir veranstalten miteinander mal eine grosse Kissenschlacht, dann führe ich dich dorthin.”


Kissenschlacht? Nein, so beschissen bin ich wirklich nicht!” – “Aber dann schneit es nicht auf der Erde!” – “Scheiss drauf! Ich will jetzt zur obergeilen Klunkertüre!” – “Ja, gutes Kind …!” – “Bin nicht ihr gutes Kind. Ihnen piepst es wohl gewaltig!” – “Ja, da hast du Recht mein Engel. Bei mir singen die Vögel den lieben langen Tag … Schau dort ist dein Pförtchen – und – Büet di Gott Chind!”, sagt’s und verschwindet rasch ins Haus.


Marie gröhlt: “Blas dir gleich den Marsch Alte, du bist ja voll krass peinlich!”, und sie  hinkt und gingt dabei ans Tor. Es blitzt und donnert! Ein Pechregen ergiesst sich über die schreiende Göre: “Du hinterfutzige Drecks-Alte! So ein brutaler, saumässiger Megascheiss!” Ultra verkackt rennt Mariechen nach Hause. Der Gockel auf dem Mist kräht: “Kikerikiii, die verdammte Pechtussy ist wieder hier!” Die Mutter fällt brutal in Ohnmacht. Die voll tierisch abgefackte Pechmarie stolpert über die hinüber gesteilte Mutter. So genial! Das Pech ergiesst sich nun auch über diese Amme.


Okay, das ist wirklich eine Riesenschweinerei, denn:


Manchmal trifft es die Richtigen


mit dem Pech -


manchmal die Falschen.


Doch: Wer weiss schon, was richtig oder falsch ist!


So Klugscheisser, werd jetzt nur nicht ätzend. Denn, he verdammt! Eine schwarze Weste ist gar nicht so kacke. Sie liegt im Trend und ist erst noch spitze mega hammergeil. Ich möchte damit nicht sagen, das dies an meinem Arsch vorbeigeht. Aber immerhin checke ich einiges schon ganz gut! Zum Beispiel:


Im richtigen Moment die Fresse zu halten …


… fragt sich nur, wann der Moment richtig oder falsch ist.


mutti


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Meine Grossmutter …

hat sich vom Jenseits aufgemacht, um mit mir zu sprechen:


Du kannst dir nicht vorstellen mutti, ich bin so enttäuscht von euch. Jetzt habt ihr nebst Lidl und Aldi auch noch eine Sale – Kette. Das stinkt ja zum Himmel. Immer billiger und lumpiger diese neue Läden!”


Aber Grossmüetti, Sale ist keine neue Ladenkette, sondern das Wort kommt aus dem Englischen und steht für ‘Ausverkauf’!” – “So so, Ausverkauf – überall und zu jeder Zeit!? Das bedeutet also, dass niemand mehr etwas zum normalen Preis erwirbt?” – “Ja, weisst du Grossmutter, man kauft die Ware halt dort, wo sie am billigsten ist!” – “Aha, das stinkt nach Inflation?” – “Inflation!? Schön wär’s! Grosi, wo denkst du hin! Wir sind bereits bei der …”, – “Ja, ja Defloration, wolltest du doch sagen, oder?!”, unterbricht mich die Grossmutter. “Hey, du verwechselt da etwas, mein liebes Grossmüetti! Das heisst Deflation. Weisst du, wir haben uns angewöhnt, dass man nicht nur billig einkauft, sondern sogar einkauft, wenn man gar kein Geld dafür hat – auf Kredit!” – “Aber, aaber mutti! Duu doch nicht!?” – “Doch auch ich! Meinst du ich bin so blöd und zahle alles bar. Ausserdem eine Schnäppchenjagd, ohne Geld im Sack, ist heute ein ganz geiler Zeitvertreib!” – “Wie bitte! Also ich hätte mich geschämt …!” – “Na, Grossmutter tu nicht so scheinheilig, auch du und Grossvater habt doch schon mal etwas auf Pump gekauft!” – “Sicher schon, unser Haus! Aber das haben wir innerhalb von ein paar Jahren auf Heller und Pfennig der Bank zurück bezahlt; der Wert vom Haus ist erst noch gestiegen, ohne Bschiss!” – “Ja, früher! Ihr mit eurem allerheiligen Preis- Leistungsverhältnis. Alles hat bei euch stimmen müssen! Ihr seid zwar ohne Kondom und Pille, dafür mit eurem allzeitlichen Konjunkturbarometer ins Bett gehüpft …!” – “Ganz genau mutti! Hatte es etwas zu viel auf dem Markt, dann profitierten wir von einem Preisabschlag. Hatte es von etwas zu wenig auf dem Markt wurde die Sache zwar teurer und trotzdem gekauft – in kleineren Mengen und nicht auf Pump! Das Sparbüchlein und die Überstunden haben  …! ” – “So weit kommt es noch, dass ich noch mehr chrampfe für mehr Stütz in der Tasche. Ich warte so lange, bis ich dank meiner blauen Augen, mehr Bonus einsacke oder bis alles wieder billiger wird!” – “Na, dann träum weiter! Mutti, du schaufelst dir von selber dein Grab! Wenn alle Bonüsser erhalten, nur noch das Nötigste in der Schweiz einkaufen und auf billigere Zeiten warten, entsteht eine Überkapazität auf dem Markt. Die Preise müssen deshalb überall gesenkt werden und eure Löhne auch. Eure Arbeitsplätze gehen flöte. Wenn du Pech hast, sogar deiner. Dann, he Meiteli, überleg mal scharf! Du kannst ohne Geld, trotz Preisabschlag das Gewünschte gar nicht mehr kaufen! Ja, Himmel Herr Gott noch mal! Zuck du nur mit der Schulter und nimm laufend Kredite auf. Du wirst sehen wohin das führt, du naives Ding! Bist du die Kredite, inklusive Zinsen deiner Bank zurückbezahlt hast, ist die Ware wertlos geworden. Deine Verschuldung wächst. Keine Bank gibt dir mehr Kredit, weil du diesen nicht mehr mit eigenen Vermögensanteilen  absichern kannst!” –


Ja, dänn halt, gehe ich auf’s Sozialamt! Für etwas habe ich jahrelang Steuern bezahlt!” – “He, aber mutti! Wenn du und all die anderen nicht mehr arbeiten können, ist der Staat auch bald pleite!” – “Ja, dann sollen die weniger Geld in die Armee, die Kreisel …”, – “Dumms Züg! Bleib realistisch. Es kommt soweit, dass die Banken keine Kredite mehr vergeben können, weil niemand mehr  Geld zur Bank bringt.” – “Ach was, Donald Duck hat’s auch überlebt …!” – “Mutti du weisst aber , dass der  armengnössige Typ ständig versucht hat seinen Onkel Dagobert um Geld anzubetteln. Weil er meist keines bekommen hat, hat er es mit faulen Tricks versucht. Das hat den reichen Dabobert noch mehr angestachelt, die Geldlosen unter Druck zu setzen und Macht auf sie auszuüben. Das finde ich zwar auch nicht richtig. Doch erzieherisch …” – “Aber Groseli, auch die Finanzbosse haben damals nicht alles rechtens ausgehandelt und nur dank den Kleinen sind die Moneten im Umlauf geblieben!”


Jetzt kommt meine Grossmutter so richtig in Fahrt: “Check’s du es nicht! Dank diesen geschickten Dagoberts haben die Banken immer genügend weisses Geld gehabt, zugegeben – manchmal auch etwas mehr als dunkelweiss! Doch das hat sich immerhin als wertvermehrendes Bio-Bankvermögen etabliert, das erst noch in unserem Land hat bleiben dürfen!” – “Aber auch nicht alles Groseli!” – “Doch, das meiste schon. Zum Beispiel die abgesicherten Kreditgeschäfte, der solide Aktien- und Devisenhandel und die kurzfristigen Festgelder. Diese haben den  Finanzplatz Schweiz und unsere gesamte Marktwirtschaft gestützt. Das schlimme ist heute, dass sich euer momentanes Bank- und Wirtschaftsvermögen rasant verringert. Wenn diese Vermögen sinken, zahlen die Banken und Firmen ebenfalls weniger Steuern an die Gemeinden und Kantone. Gemeinsam mit den Grossen investiert ihr munter weiter in Alles und Jedes, das erst noch niemand braucht oder will. Damit der Geldfluss nicht versiegt druckt die Nationalbank mehr Noten für die Banken, damit diese noch einigermassen normal handeln und wirtschaften können. Auf diese Weise kommt zwar viel, aber dafür wertloseres Geld wieder in Umlauf. Mit diesen nassen Noten kann niemand rentabel geschäften. Die Deflation fordert ihren Tribut. Die Dummen sind defloriert! Ist das Jungfern-Hymchen einmal weg, dann hat nichts mehr seinen Wert!”, sagt s’Grosi noch … Dabei löst es sich auf. Ein weisser Federflaum schwebt im sanften Bieswind Richtung Himmel, um als mahnende Sternschnuppe in luftiger Höhe zu verpuffen! 


Ist ja Schnuppe und so schlimm wird es sicher nicht kommen. Schliesslich kann man heutzutage sein Hymen wieder refinanzieren lassen! Fragt sich nur wie … Muss mal rasch nach Brasilien telefonieren, ich kenne da so einen Finanzboss … I-woh, mein russischer Onkel, könnte mir auch wieder einmal einen Gefallen tun! 


Erst als meine Tante Finma aus Bern


von meiner russischen Rückdefloration hört,


hat sie mir folgendes anvertraut:


Liebes Mutti, halte dich zukünftig an die Chinesen. Die sind zur Zeit finanz- und kapitalmarktmässig sehr stark im Aufwind. Die wissen zum einen am besten, wie man Gesetze umgehen kann. Zum anderen haben sie gelernt, wie man die westliche und damit auch die helvetischen Obrigkeiten und ihre Aufsichtsbehörden übertölpeln muss …


Danke Tantchen Finma für deinen Tip. 


Mein jetziges chinesisch subventioniertes Jungfernhäutchen hält sich ganz gut, trotz Deflation. Zwar ist es sehr anstrengend sich immer wieder mit dem geschlitzten Teufel arrangieren zu müssen. Aber was tut man nicht alles um vermögend …


… äh Heil zu bleiben!


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Sitze auf …

einem uralten Stuhl, 


vor mir nacktes Papier,

eine schwarze Feder,

mit blutroter Tinte.

Starre auf eine aschfahle Hand,

mit leere Gedanken

hin und her.

Oh Hirnsalat,

vergiss das Blatt

entleer’ die Feder

greif zum Mac.

Wo?


Auf dem Glastisch


mit Designerstuhl,


 schwarzer Tastatur,


leuchtender Maus.


Logge ein,


Datei neu,


Google


mit spitzen Finger


hin und her.


Hirn visiert,


erlahmt,


vergisst,


entgleist.


Klicke aus,


mach mich fort.


Wohin?


Vors Haus,

Lass mich fallen

auf die Bank.

Spitz die Ohren,

späh’ durch die Büsche.

Sichte Fruchtbares,

kritzle mit Kreide

auf matte Pappe

Wort für Wort,

Satz an Satz.

So, und jetzt?


Trage die voll


gekackte Pappe


ins Haus,


zum antiken Tisch,


klebe es satt


aufs nackte Papier.


Hack das 


Aufgepappte 


in meinen Mac,


auf dem glasig


aufgeprotzten


Designertisch.


“Aha! und jetzt?”-


Endgültig


enter - click,


und warten auf den dritten Kommentar,


meint Mutti lapidar!


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