Hier ist die Welt …

noch in Ordnung!”,


sage ich zu meinem Mann!



Wir sitzen wieder einmal zum Mittagsessen in einer Wirtsstube im Bernbiet. Weit und breit keine Industrie, nirgends Hochhäuser oder stark befahrene Autostrassen. Rundum ist es saftig grün, mit munteren Tieren auf  bunten Feldern – mit Obstbäumen, Beeren in schmucken Bauerngärten. Alles Schöne in Hülle und Fülle.


Zuhinterst im Restaurant sitzen acht einheimische Landwirte, gepflegt gekleidet, ordentlich gekämmt und aalglatt rasiert. Die Wirtsfrau schenkt den wackeren Mannen Wein und Mineralwasser ein; die Serviertochter stellt eine grosse Schüssel Salat mitten auf den Tisch. Ein paar Rechauds stehen ebenfalls auf dem Tisch und einem Nebentisch. Darauf kommen grössere Platten mit Fleischwaren. Erst achte ich nicht gross darauf. Dann höre ich einer der Mannen fragen: “Willst du auch noch etwas vom Öhrli?” – “Nein, danke! Reich mir lieber etwas von dieser Backe dort! Ja genau die!” – “Au backe!”, sage ich zu meinem Mann. “Sieh mal! Liegt da nicht ein Schweinsfuss mit Zehen und allem drum und dran auf einer der Fleischplatten? Du der sieht ja noch ganz roh aus!” Mein Mann kann von seinem Platz aus nichts erkennen. Jetzt plagt mich der Gewunder: “Du, soll ich die Serviertochter fragen, was die da essen?” – “Bloss nicht! Das ist unanständig!” – “Ja aber schau!” – mir verschlägst fast die Sprache: “Die essen da doch tatsächlich eine gesottene Sau! Um Himmelswillen, jetzt angelt sich einer einen Sauschwanz mit noch etwas Füdlibacke aus der Platte! Igitt und einer schiebt sich einen Schweinsfuss, noch versehen mit den dicken Zehen, auf seinen Teller! Nein, nein, so gruusig und jetzt sieh mal, mir wird’s schlecht! Der Rüssel der Sau wird an seinen riesigen Nasenlöchern aufgespiesst und landet im Teller vom Mann mit dem hellblauen Hemd!” Mein Mann schmunzelt und schüttelt ab meinem Getue den Kopf. “Sagtest du nicht vorhin, hier sei die Welt noch in Ordnung!? Liebes mutti, das ist die Welt von richtigen urchigen Bauern. Die metzgen ihre Tiere, wenn es Zeit dafür ist. Sie freuen sich über die gute gesunde Ware und verkosten sie so, wie es halt früher üblich war, einen Teil gesotten, einen Teil verwurstet und andere Teile auf dem Feuer gebraten!” – “Bah, so gesund leben die auch wieder nicht! Den Salat haben sie nicht angerührt!”


Eben, den essen sie das ganze Jahr über in Hülle und Fülle! Du isst ja auch nicht nur ein Birchermüesli, wenn du andere Köstlichkeiten zur Auswahl auf dem Tisch liegen hast!” 


Man soll dem Leib etwas Gutes bieten,


damit die Seele Lust hat,


darin zu wohnen.


Winston Churchill



Irgendwer hat einmal zitiert:


Iss nur das, was du auch verdauen kannst!”

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Hilfe, Garten frisst …

Seele auf!


So, jetzt haben wir den Salat! Da hocken die schleimigen Schnecken in den feucht seichten Beeten und knabbern genüsslich an den zarten Vitaminköpfen. Unter den Steinen haust wieder einmal die rote Ameise, krabbelt emsig auf und ab, fühlt sich fit und – dank beissendem Saft – hammermässig stark. He, und die Maden, äh die Engerlinge wiegen sich im sanften Schlaf in der grummlig feisten Scholle; schnarchen geräuschlos – und – lassen sich, ganz frisch und froh, mit einem eggligen Kzzzzkz  mehr oder weniger exakt halbieren. Auch das Jät hält seine Knospen offen, frisst sich durch Dick und Dünn und zeigt sich – gopffridstutz – im hübschesten Grün oder sogar mit geiler Blüte. All das kann todsicher niemand, nicht einmal mutti, gross erschüttern. Mittelchen wie Pillen, Pulver und Wässerchen helfen und bereiten dem bitterbösen Feind früher oder später radikal ein grausiges Ungemach!


Doch jetzt kommt der grosse Gau! Die Menschheit hat eine neue Plage, genau gesehen schon seit Jahren. Dürre, Hochwasser, Heuschrecken? Nein viel schlimmer, ein ganz unheimliches Desaster.  Der Buchszünsler wütet quer durch unser Land von Ort zu Ort; erst als hübscher drachenartiger Schmetterling, dann kriechend  als grün gestreifte fette Raupe. Das Getier hat sich klammheimlich in unsere wollig runden oder eckig formstimmig getrimmten, kostbar schmucken Buchsbaumelemente geschlichen. Hat sich da voll im Saft, hammergeil und voller Inbrunst an den gesunden Blättern vergriffen – alles radiputz  zermalmt, gefressen und kaltschnäuzig verdaut – aus, amen und fertig!


Mutti schreit auf, ab dem Malheur, um später total heiser, sowie depressiv in sich zu ruhen. und sich nach einer geschlagenen Stunde – schweissgebadet – wieder auf die Beine zu rappeln. Erholt vom Schreck, hat das gute mutti einen hirnmässig sauguten Ausweg gefunden. Es angelt sich eine scharf geschliffene Gartenschere, schneidet Strauch und Strumpf radikal in tausend Teile und entsorgt die verseuchte Seuche, Stück für Stück in einen dunklen, garantiert dichten Abfalleimer. Da ruht er nun – der gemeine Zünsler in seinem dunklen Bett und wartet darauf, von starken Männern (noch voll im Saft) entsorgt und verbrannt zu werden. Ach, wie ist das Leben abartig und doch so wunderschön. In nächster Zeit werden in unserem Land viele grünlich scheinende Räucherschlangen zum Himmel steigen –  meist zierlich geringelt, im Wind tanzend, dafür garantiert zertifiziert rein gewaschen, entschimmelt und sogar ohne Stinken! Das Beste an dieser Geschichte ist: Solange die Schornsteine rauchen hat die Menschheit Zündstoff und viel Zeit zum Schimpfen, Kommentieren und Plaudern, eigentlich wie eh und je! Oh Herrje, oh jemine!


Ich hörte mal, dass man Vedruss


womöglich streng vermeiden muss.


Wilhelm Busch

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“Ja, säged ihr …

… campieret ihr nümmä da bi eus?”


“Äm! Weiss nöd …  staat dänn eusä Camper no daa!?


Der Gefragte schaut auf die leere Parzelle hinter seinem Wohnwagen …


“Sapperlot neiii! Der isch wäg!”


“Aha! I dem Fall wohned mir würkli nümma da …!”



Fragen zu stellen lohnt sich immer -


wenn es sich auch nicht immer lohnt,


sie zu beantworten


Oscar Wilde

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Sitze schon wieder …

im Bus, diesmal in Begleitung meiner Enkelkinder Lara und Lena.


Kommt Kinder, wir verziehen uns in die hinteren Reihen, hier stinkt es ja mega krass nach Schweiss!”, und schubse dabei die zwei Mädchen nach hinten.

Aber mutti, das stinkt doch nicht! Da isst einer nur einen Kebab!”, kichert Lara.

Das ist ja Allerhand! Na, ja! Dann duftet es halt so wunderbar nach Dönerfleisch … “

Eine Weile später stehen wir im Gartenzentrum. Ich benötige dringend noch ein paar Rosenstöcke. Die sind mit Hilfe der beiden Mädchen schnell ausgelesen. Ich rufe dem Gärtner und bitte ihn, für mich die Pflanzen beiseite zu stellen. Dienstbefliessen lädt er die Ware auf einen Wagen.

Da fragt Lara den Mann: “Haben Sie einen Kebab gegessen?” -

Nein, junge Dame! Wie kommst du darauf?” -

Weil es hier etwas danach stinkt …!”

Da ruft Lena: “Nein, Lara es stinkt nicht! Gäll mutti, man sagt ‘es duftet hier ganz wunderbar nach Dönerschweiss’!”

In diesem Moment wäre ich so froh gewesen, wenn der Gärtner kein Schweizerdeutsch verstanden hätte … Nun, ja ein kleines Trinkgeld hat den braven und schwerreichen, äh schwer riechenden Mann etwas besänftigt. 

Es stinkt halt alles und jedes


auf seine Art vor sich hin.


Die einen freuen sich darüber,


andere halten die Nase zu,


oder verziehen sich!


mutti

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Jederzeit telefonieren …

egal wie, wo und warum!


Heute ist es wie verhext – dichter Verkehr! Ich stehe am Fussgängerstreifen und die Ampel hat rot. Ein Auto nach dem andern schleicht in Reih und Glied an mir vorbei. Praktisch jeder zweite Autofahrer telefoniert – sein Handy ans Ohr gedrückt. Ist ja nichts neues oder!?  So, und meines bimmelt auch gerade … Das kann jetzt warten, muss dringend den Bus erreichen. “Komm Chicco, lauf! Wir haben Grün!”


Der Bus ist halbvoll und überschaubar. Mein Lieblingssitzplatz ist frei! Puh, Glück gehabt. Der Mann vor mir spricht irgend eine Sprache, die ich nirgends einordnen kann! Er spricht so rasch und ungestüm, dass man meinen könnte, der Teufel persönlich sitze neben ihm. Doch der Platz neben ihm ist leer. Er drückt kein Natel an sein Ohr – dafür steckt ein kitzekleiner Knopf in seinem Ohr. Hinter mir spricht ebenfalls jemand, irgendwie arabisch oder was! Auch diese Person trägt einen Knopf im Ohr und hat ihre Hände frei. Sie benutzt diese, um in ihrer Einkaufstasche rum zu wühlen. Dieses Geräusch stört mich mehr als ihr Geplapper. Da läutet irgendwo ein Natel. Da höre ich jemand sagen: “Ja, Maus, bin noch im Bus! Steige jetzt gleich aus. Was ich soll noch Brot holen? Gut mach ich!” Mit einem Tschüss drückt er auf den Halteknopf, ohne sich irgendwie verrenken zu müssen. Natürlich telefoniert auch dieser Mann mit einem Knopf im Ohr …


In diesem Moment klingelt mein Handy. “Ja, Lise, du bist es! Gibt es dich auch noch?!” Ich lache schrill und drücke mein allerliebstes und knallrotes Handy noch fester an mein Ohr: “Erzähl, was machst du so?”, frage ich. Sie plappert und plappert. Ich unterbreche sie höchstens mal mit einem “Ja” oder “So geil”, “Scheisse”, “Nein, sag das bloss nicht!” oder “So mega!”, “Klasse der Typ!” “Spinnst du? Niemals, ist ja Wurst erzähl’ weiter!” – “Gopf Lise muss aussteigen. He Chicco komm! Was meine Handtasche? Läck danke!” – “Nein Lise, muss jetzt. Hörst ja wie ich im Saich bin!” – “Tschüüs!” – “Ja, erzähl’s dir dann später! Also Tschüüüüs!” Dabei fällt mir mein Handy auf den Boden. Ich bücke mich. Chicco reisst an der Leine, und schon ist er draussen, die Bustüre geht zu und ich stehe noch drinnen. Indem ich nach dem Handy angle schreie ich nach vorn: “Halt! Bitte nicht abfahren! Oh Gott mein Hund!” – Simsalabim die Tür öffnet sich wieder, ich steige aus, nehme Chicco an die Leine und winke dankend dem Busschauffeur. Dieser winkt freundlich zurück, obwohl er haargenau wegen mir ganz sicher drei Minuten verloren hat …


So, Chicco. Nächstes Mal fahren wir wieder mit dem Auto in die Stadt. Dann kann ich mit meinen Leuten telefonieren so lange ich möchte und ohne dass jemand zuhört!” – “He, was meinst du Chicco mit ‘Einparkieren’?!” – “Das wird dann schon irgendwie klappen, muss dafür einfach nur meine High Heels ausziehen und das Handy auf den Beifahrersitz legen!”


Nicht das Beginnen wird belohnt,


sondern einzig und allein das Durchhalten!”


Katharina von Siena  hat damit todsicher gemeint, man müsste endlich beginnen, sich rechtswidrig zu benehmen und damit auf Biegen und Brechen durchhalten Punkt, Ausrufezeichen!


Chicco, du fragst mich welche Haarfarbe ich heute trage?


Natürlich blond!


C’est très chic pour la femme fatale!”


 

“Wau, he Mann! 

 

Was die heute wieder alles

zusammen gackert!”,

wuffelt Chicco 

 

 

 

 

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Hier ein Gedicht von …

… Eugen Roth (1895 – 1976)


Grosse Erwartungen


Ein Mensch vom grossen Cäsar hörte:


Der konnte, ohne das es ihn störte,


um weiter Zeit nicht zu verlieren,


gleichzeitig schreiben und diktieren:


Triumph der Konzentration!


Viel weiter bringt’s des Menschen Sohn,


der unterm Essen Zeitung liest,


derweil ein Bach durchs Radio fliesst,


und der, indes das Fernsehen flimmert,


an seiner Bastelei zimmert


und obendrein von Gott und Welt


mit einem Freund sich unterhält.


Ja, zwischendurch macht dieser Knabe


sogar noch seine Hausaufgabe.


Der Mensch darf drum als Vater hoffen:


Wer jung Cäsarn schon übertroffen,


wird, ein Genie ganz ohnegleichen,


im Leben allerhand erreichen.


 

Siehe zu diesem Thema ebenfalls:

http://www.muttiswelt.ch/blog/2012/03/17/wir-hocken-gemutlich/

und folgende freie Nacherzählung einer Geschichte aus dem Internet:

 

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Eine kleine Geschichte …

… über das Glück und die Zufriedenheit

entdeckt im Internet:


Ein paar Suchende, unter anderem auch mutti, kamen zum Master. Sie fragten ihn, was er den mache, damit er stets so ausgeglichen und glücklich sei. Sie möchten liebend gerne ebenfalls so zufrieden durchs Leben gehen. Der Master antwortete: “Das ist ganz einfach: wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.”


Die Fragenden und schauten sich irritiert an und mutti feixte: “Ja du bist gut, das machen wir auch …”.  Der Master grinst genüsslich: “mutti, du hörst eben nicht richtig zu! Also, wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich, und wenn ich esse, dann esse ich.” mutti und ihre Begleiter schüttelten den Kopf und stöhnten: “He Mann, was soll das!?”


Der Master lacht und erklärt:  ”Ja, sicher liegt ihr – und ihr geht – und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr wohin ihr geht und während ihr geht, fragt ihr euch, was ihr essen könntet. So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid. Eure Krux ist, dass euch eure Vergangenheit und eure Zukunft mehr beschäftigt, als das Heute und Jetzt. Sammelt eure Hirnwindungen und konzentriert euch auf die Sache, die ihr gerade tut. Ja dann, werdet ihr eure Mitte finden, eure Unruhe ablegen können, zufriedener und ausgeglichener sein Amen!” – “He mutti lach nicht, dieser Rat gilt besonders dir!”


Lieber Gott


Wie wir zukünftig glücklich und zufrieden sein können, das haben wir begriffen. 


Vergiss nicht, wir wünschen uns ebenfalls,


dass wir stets gesund, lieb und zuvorkommend sind,


ebenfalls geistreich, abgeklärt und schlau.


Ausserdem würden wir es sehr schätzen,


etwas reicher, unabhängiger und freier zu sein.


Es grüsst dich aus dem Unterland


mutti + co.

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Mit einem Wumm Budidumm …

schliesse ich die Türe vom Tumbler - doch – der  will nicht mehr funktionieren!


Der gerufene Servicemonteur kommt irgendwann im Verlaufe der Woche, inspiziert das Gerät und rüttelt etwas daran. Der Tumbler läuft wieder. Triumphierend ruft der Mann: “Arbeit fertig! Brauche nur noch Ihre Unterschrift!” Beim Hinausgehen meint er noch lapidar: “Musst putzen liebe Frau, dann Maschine laufen immer!”


Unser Tumbler funktioniert tatsächlich – haargenau zehn Minuten lang! Ich kontrolliere das Fuselsieb. Es ist sauber. Wumm Budidumm, Türe zu und ich drücke auf den Startknopf – nichts geht! Wiederum rufe ich im Werk an und bitte um Hilfe. Diese kommt drei Tage später. Natürlich will auch diese Fachkraft wissen, wo es klemmt. Ich erkläre es ihm und mit einem eleganten “Wumm Budidumm” schliesse ich demonstrativ elegant die Tumblertür, und drücke auf den Knopf. Stille! Nichts geht!


Der Handwerker schüttelt den Kopf: “Wenn Sie so machen zu, dann gehen alle Maschinen kaputt!” Mit einem belehrenden Blick öffnet er die Tür, schliesst sie wieder, ganz sanft – und tatsächlich – die Maschine läuft! – “Soo, liebe Frau! Jetzt brauche ich nur noch Kreuz von Sie auf meinen Zettel!” – “Können Sie haben, aber ich bitte Sie, noch zu warten bis ich die “volle” Maschine in Gang gesetzt habe!” – “Was warten! Maschine geht immer, wenn Sie nicht machen zu, mit ‘Wumm Budidumm’!”, erregt sich der gute Mann.  Unbeirrt raffe ich etwas nasse Tücher zusammen und stecke sie in den Tumbler, schliesse die Türe ganz sanft – anscheinend zu sanft! “Musst kräftiger drücken, dann geht!” – Tatsächlich das Gerät läuft, etwas quitschend zwar, aber immerhin es funktioniert wieder! Dankend verabschiede ich den Mann und schliesse hinter ihm die Tür, um zu bemerken, dass der Tumbler schon wieder still steht! Schnell rufe ich den Monteur zurück. Er kommt und mit einem: “Zzzzzh. Muss schauen halt noch mal!” 


Nach einer geraumen Zeit kommt der Herr nach oben. “Sie Frau, ich nicht wissen was genau kaputt. Brauche Überlegung – komme am Nachmittag wieder!” Tatsächlich steht der Monteur nach seiner Mittagspause wieder in unserer Waschküche und nimmt die Maschine diesmal ganz auseinander. Er murmelt etwas! Ich meine gehört zu haben: “Musst putzen, Jesus Maria!” Nach etwa einer Stunde erscheint der Monteur: “Weiss nicht Frau, muss Maschine mitnehmen in Werk! Du nie putzen Maschine?” – “Natürlich reinige ich diese, aber selbstverständlich nur die Siebe und den Kondenser!” Der Monteur kratzt sich am Kopf: “Auch egal. Doch wie ich trage jetzt Maschine zu Auto? Muss anrufen!”


Am nächsten morgen steht der selbige Monteur mit einem Fachgehilfen ganz stolz in unserer Waschküche und sagt: “Frau, jetzt Kollege hier! Der bringen Maschine in Auto!” Dieser wehrt sich entrüstet: “Du aber nicht glauben, ich trage Maschine! Ich wollen besser schauen wo Fehler!” Ruck, zuck, zack zack und mit einem Wumm Budidumm  wuchtet der zweite Mann die Trommel vom Tumbler aus der Verankerung. Dann leuchtet er mit der Taschenlampe das Innere aus und meint zum Monteur: “Was du da gemacht?” Dabei fuchtelt er mit dem Schraubenzieher im Gerät auf und ab! “Alles putzen, wie du immer mir sagen!”, rechtfertigt sich dieser. “Das glaube ich ja nicht?! Du nicht sehen, dass Riemen kaputt?!”, faucht die Fachkraft den Monteur an. “Ich nicht viel wissen!”, er hebt dabei seine Schultern. “Adesso subito! Geh’ zum Auto und hol mir einen neuen Riemen!” – Mit einem innerlichen Wumm Budidumm entferne ich mich von den beiden …


Nach etwa dreissig Minuten legt mir die Fachkraft einen grünen Regiezettel zum Unterschreiben vor: “Entschuldigung Madame! Jetzt Maschine laufen wieder wie neu! Mein Kollege erste Mal auf Tour! Machen noch viele Fehler! Gibt keine Rechnung für Sie. Geht alles auf Garantie!” 


Das ist noch nicht das Ende der Geschichte:


Nach zwei Tagen hat unser Geschirrspüler den Geist aufgegeben. Bereits zwei Stunden später steht  die Fachkraft in der Küche. Es ist haargenau derjenige Mann, der unseren Tumbler wieder zum Laufen gebracht hat: “Sie, Madame, jetzt diese Maschine kaputt?” Ich nicke und zeige auf den Spüler: “Ich glaube, es ist die Pumpe …!” – “Oh Madame, hoffe nicht. Das dann teuer für Sie!” – “Egal. Hauptsache Sie reparieren diese Maschine ohne grosses Hin und Her oder Spektakel.” 


Nach einer Stunde ruft der Mann: “Madame! Alles paletti! Maschine wieder wie neu!” Ungläubig begebe ich mich in die Küche. Der Mann strahlt. “Da sehen Sie Madame, diesen Zahnstocher, da diese Glasscherbe und hier das Stück von einer Schraube; das alles ist unter das zweite Sieb geraten. Der Zahnstocher hat die Pumpe blockiert! Jetzt wieder alles gut! Madame, Sie müssen Geschirr und alles andere Zeug immer putzen, bevor in Maschine geben!” – “Aber ich spüle doch stets alles vor!?”, entgegne ich. “Glaube Ihnen! Hauptsache jetzt gut. Für anderes Mal, Madame! Ich einfach wieder kommen!” – “Vielen Dank und wo muss ich unterschreiben?” – “Normalerweise schon, aber da Kollege letztes Mal machen soviel Mist, ich Ihnen diese kleine Reparatur schenken! Dafür Sie immer gut putzen! Gäll, Madam! Sonst nächstes mal wirklich sehr teuer!” – “Vielen Dank, aber wie weisen Sie ihre Arbeitszeit beim Disponenten aus, wenn sie keinen Rapportbeleg haben?” –


“He, mage nichts Madame, ich bin der Disponent!”


Wumm Budidumm nochmal, und erst noch ein zuvorkommend freundlicher!


Wenn ein freundlicher Mensch


auch noch zuverlässig ist, 


dann haben wir es schon


mit einem halben


Engel zu tun!


Ernst R. Hauska

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“Das Staubsaugen …

… am Morgen

erspart dir ein schlechtes Gewissen

für den Abend!”,

murmelt mutti, wenn es nach dem Frühstück mit dem Sauger durch die Räume flitzt.

“Dreck am Abend


motiviert


zum Putzen am Morgen!”


moniert mutti, wenn die untergehende Sonne die Wollmäuse wärmt!


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In der heutigen Presse …

habe ich das Gedicht “Des Menschen Hand” 


von Wilhelm Raabe entdeckt.


Ich musste die vier Strophen ein paar mal lesen, um deren inhaltliche Aussage zu verstehen:


Legt in die Hand das Schicksal dir ein Glück,


Mußt du ein andres wieder fallen lassen;


Schmerz und Gewinn erhältst du Stück um Stück,


Und Tiefersehntes wirst du bitter hassen.


Des Menschen Hand ist eine Kinderhand,


Sie greift nur zu, um achtlos zu zerstören;


Mit Trümmern überstreuet sie das Land,


Und was sie hält, wird ihr doch nie gehören.


Des Menschen Hand ist eine Kinderhand,


Sein Herz ein Kinderherz im heftgen Trachten.


Greif zu und halt! … Da liegt der bunte Tand,


Und klagen müssen nun, die eben lachten.


Legt in die Hand das Schicksal dir den Kranz,


So mußt die schönste Pracht du selbst zerpflücken;


Zerstören wirst du selbst des Lebens Glanz


Und weinen über den zerstreuten Stücken.


Ob ich das Gedicht richtig gedeutet und die Stimmung von Raabe richtig erfasst habe steht in den Sternen. Nachfolgend getraue ich mich trotzdem meine Auffassung darüber kund zu tun. In der Hoffnung, dass sich der eine oder andere ebenfalls zu einem Kommentar hinreissen lässt.


Es gibt sie, die heiss ersehnten Träume die wir uns im Verlaufe unseres Lebens verwirklichen können, wie zum Beispiel: Partnerschaft, Familie, Besitz, Erfolge, Titel und Ansehen im Beruf, in der Politik, im Sport, in kulturellen und künstlerischen Bereichen, dann als Forscher, Wissenschaftler, als Freischaffende oder, wenn es ganz rund läuft als gekrönte Obrigkeiten mit Hofstaat und sonstigem Klimbim.


Was ist, wenn sich Freude, Würde und Ansehen zur Last und Bürde wandelt? Was ist, wenn die Macht überhand nimmt? Was ist, wenn die grossen Liebesbeziehungen, die lang ersehnten Kinder nur noch Kummer und Enttäuschung bereiten? Was ist, wenn sich das grosse Glück als Reinfall entpuppt? Was will man tun, wenn eine tödliche Krankheit oder ein schrecklicher Unfall unser Leben kreuzt?


Ja, dann kann Gram und Hass entstehen.  Glücklicherweise greift auch da wieder die kindliche Hand hoffnungsvoll nach dem Glück und hält es fest – dummerweise schon wieder zu fest (ohne es zu merken). Folglich hortet, sammelt und rafft man wieder viel Unnötiges zusammen. Alles kommt wie eh und jeh auf einen Haufen, wahllos; bis sich das Ganze samt und sonders in Gift und Gestank auflöst. Aus Trödel und Tand wird Unrat und Schlacke. Am lautesten schimpfen die darüber, die sich über das masslose Raffen, die Auktion und deren Profit am meisten gefreut haben. Somit wird der selbst geflochtene Glorien-Kranz einmal mehr zur Bürde für alle, nicht nur für die Verursacher. Die Entflechtung wiederum zum Machtverschleiss und das Aufräumen zur Last. Zurück bleibt, wie soll es anders sein wieder Wut und Frust.


Fazit:


Die Erde dreht sich um die Sonne immer links herum.


- und -


so wird es immer bleiben!


Die Hand greift stets übermächtig und gierig nach dem Glück


- und -


so wird es immer bleiben.


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