In Nürnberg …

… bei bedecktem Himmel und teils Nieselregen …



… verlassen mein Mann und ich die Bellucci …



… um anstelle der Stadtrundfahrt (kennen Nürnberg bereits) …



… entlang dem Main-Donaukanal (am Europaquai), vorbei an der Mississippi Queen …



… zur Schleuse Nürnberg zu pilgern. Diese steht zwei Kilometer weiter nordwestlich von unserem Schiff am Km-Punkt 69,09.



 Das Hubtor steht oben, das heisst die Schleusenkammer ist für eine Berg-Schleusung bereit.



Wir haben Glück, denn tatsächlich fährt ein Schiff im Schritttempo im Unterwasser …



… also flussaufwärts …



… zum geöffneten Schleusentor.  Steuerhaus (Kommandobrücke), Signalmasten und alles was sich normalerweise oberhalb vom obersten Deck – Niveau befindet ist  tief “eingezogen” oder entfernt worden. 



Der Matrose überwacht von der Reling her die Einfahrt in die schmale Schleuse. Der Steuermann / Kapitän hat die Oberluke seiner ganz eingezogenen Brücke praktisch geschlossen und so nur eine geringe Sicht zur Schleusenanlage …  



… mit dem hoch aufgezogenen Schleusentor und Schleusenbrücke.



Damit ich die Schleusung genauer dokumentieren kann, begebe ich mich hinter das offene Schleusentor. sowie auf die Mauer der jetzt noch leeren Schleusenkammer (Höhe 9,4 Meter abzüglich ca. 1,6 Meter Restwasserstand)  …



Das Schiff  fährt nur ein paar Zentimeter unterhalb dem hochgezogenen Tor in die Schleusenkammer. Der Matrose steht gebückt, währendem der Steuermann bereits wieder voll in der Luke stehen darf.



Sobald die niedrige Stelle passiert ist, kann sich auch der Matrose wieder frei bewegen …



Dass Flussschiff bewegt sich langsam vorwärts. Die Steuerbord-Seite hat nur einen minimalen Abstand zur Kammerwand.



Das Flussschiff hat das Hub-Tor vollständig passiert …



Erst wenn das Schiff in der Schleusenkammer an der richtigen Stelle steht und mit Seilen an der Mauer fixiert ist, senkt sich das Hubtor.



Es gleitet mühelos, nur leise quietschend und schnarrend ins Restwasser  …



… und verschliesst unten angekommen sofort die Schleusenkammer vollständig ab.



Das Wasser flutet nun die Schleusenkammer …



… der Wasserspiegel steigt schnell …



Das Flussschiff hebt sich stetig (1 Meter / Minute).



Das heisst, die Schleusenkammer ist in 9 Minuten vollständig geflutet.



Dann startet das Flussschiff wieder die Motoren, die Schiffsschrauben drehen sich …



… und die Hamburger “Avalon Visionary” kann über das am anderen Ende liegende Hub-Senktor fahrend die Schleuse verlassen.  



Auch wir verlassen das Schleusenareal und entdecken hinter einem Zaun ein Ersatzlager mit diversen Teilen für ein Schleusentor …



… bewundern ausgedienten Schleusentore …



… welche vom vielen Krampfen …



… etwas gar havariert aussehen … 



Da entdecken wir noch einen neuen Teilsatz von einem Schleusentor, welches auf seine Neumontage wartet.



Rechtzeitig erreichen wir unsere Bellucci. Das Schiff steht praktisch schon abfahrbereit und wir können unsererseits die Nürnberger Schleuse …



… vom Oberwasser her passieren, als Talschleusung …



… indem wir in die voll geflutete Schleuse einfahren …



Unser Schiff hält an, wird fixiert. Die Entleerung der Schleusenkammer kann beginnen …



Wir sinken langsam ab, ebenfalls 1 Meter / Minute.   



Die Schleusenkammer hat sich wiederum nach 9 Minuten entleert (bis auf das Restwasser, damit das Schiff noch problemlos auf dem Wasser schwimmen kann).


 



Das Schleusentor hebt sich. 



Viel Wasser rinnt von der massiven Schleusentorwand und  plätschert ins Flusswasser …



Wir erhalten freie Sicht über das Unterwasser zu einer Eisenbahn- und einer Strassenbrücke von Nürnberg.



Die Schiffs-Motoren werden gestartet …



… und schon fahren wir zügig unter dem schweren Hubtor durch. Bei der Talschleusung muss niemand den Kopf einziehen. Kamine, Fahnenmasten und die Steuerkabine dürfen oben bleiben.



Trotzdem müssen wir uns in Sicherheit bringen, denn am Schleusentor rinnt noch viel Restwasser über das Schiff. Jeder der das erste Mal bei einer Talschleusung mit Hubtor auf dem offenen Schiffsdeck steht (oder bei schönem Wetter genüsslich im Liegestuhl liegt) wird nass – beim nächsten Mal garantiert nicht mehr!


Gegen diese Wassertropfen vom Himmel, könnte ein Schirm oder Regenhut helfen …


 


… doch Durst und Magenknurren …



… lassen uns in den Wasser resistenten Speisesaal begeben.

Das Wasser ist
ein freundliches Element für den,
der damit bekannt ist
und es zu behandeln weiß.

J.W.von Goethe

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