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Mâcon ein Juwel an der Saône

Unsere MS Thurgau Rhône steht bei Mâcon am Ufer der Saône und wird geduldig warten bis wir wieder von unserer Stadtbesichtigung zurück sind.

Mâcon ist eine Stadt mit 33’638 Einwohnern (Stand 2017). Diese liegt etwa 60 km nördlich von Lyon, wo die Saône in die Rhône mündet. Mâcon wurde im 3.Jh.v.Chr. von den Kelten gegründet, von den Römern vergrössert und mit strategischen Strassenkreuzungen, sowie Grenzposten ergänzt. Im Mittelalter kaufte Ludwig der Heilige diese Stadt, welche dann nach dem 100 jährigen Krieg vom Karl dem Kühnen übernommen wurde. Zwischendurch so um 1814 und 1815 gehörte die Stadt den Österreichern. Während dem zweiten Weltkrieg galt die Stadt noch bis 1942 als freie Zone zwischen Paris und Lyon. Wurde dann aber von einer Wehrmacht der Nazi doch noch besetzt, bis sie am 4. September 1944 von den Alliierten befreit wurde.

Als Erstes treffen wir auf den französischen Schriftsteller Alphonse de Lamartine (1790 – 1869). Lamartine war nicht nur ein Lyriker, sondern ab 1812 Bürgermeister vom nahen Milly – seinem Geburtsort.

Majestätisch posiert er auf seinem Sockel gegenüber vom Macon Town Hall und dem Stadthaus “Mairie de Macon” …

… und dem wunderschönen “Macon Parc”.

Das ist die grossartige Pont Saint- Laurent. Römische Legionäre bauten hier ursprünglich eine Holzbrücke über die Saône. Diese wurde im 11. Jahrhundert durch eine sechs bögige Steinbrücke ersetzt und bildete von da an einen strategisch wichtigen Übergang (wirtschaftlich und militärisch) über die Saône. Aus diesem Grund hatte man damals die Pont Saint-Lauren mit massiven eisernen Ketten versehen, um sie jederzeit unpassierbar machen zu können. Zur besseren Ausgleichung der Strömung wurde ca. 1550 die Brücke um einige Brückenbögen verlängert.

Beim Place Saint-Pierre steht die gleichnamige Kirche aus dem Jahre 1860. Für deren Vollendung fehlte der Stadt Mâcon das Geld. Kaiser Napoleon der III. hatte der Stadt die fehlenden 200’000 Franc überbringen lassen – natürlich mit dem Hintergedanken, dass zu seiner Huldigung und Übergabe vom Verdienstkreuz der Ehrenlegion noch rechtzeitig fertig werde.

Für die Coronakranken und deren Pflegende sind in dieser Kirche, wie in vielen anderen von Frankreich, Flaggen aufgehängt worden

Die ehemalige Kathedrale Vieux Saint Vincent mit seinen achteckigen Türmen war früher der Sitz vom Bischof von Mâcon
Der gotische Bau ist nach verschiedenen Umbauarbeiten 1799 abgerissen worden, einzig die Türme und der älteste Teil der Kirche sind bis heute erhalten geblieben und ist heute ein denkmalgeschützes Monument, welches hinter den Verglasungen und im unterirdischen Bereich diverse Steinskulpturen und Relikte aus der früheren Zeit zeigen.

Beim Place aux Herbes steht das ältesten noch gut erhaltene und bewohnbare Haus von Frankreich. Es ist 1490 erbaut worden.

Mir fällt diese Türe auf. Aus dem Geschäft von nebenan kommt eine Frau und erklärt uns folgendes dazu:

Hier in Mâcon, wie auch in Lyon hätten die Seidenweber in ihrem eigenen Zuhause oder in grösseren Räumen kostbare Seidenstoffe hergestellt. Damit die Ware vom Herstellungsort trocken zu den Verkäufern in die Läden, zu den Markt-Händlern an der Saône und am Hafen auf die Frachtschiffe habe gebracht werden können, sind eigens dazu solche Durchgänge gebaut worden. Die Leute seien mit ihren Stoffen, von einem Hauseingang zum anderen gelaufen, dann wieder durch einen nächsten Gang usw. Jetzt seien einige schützenswerte Durchgänge zu Museen und Galerien umfunktioniert worden.

Die Pont Saint-Lauren verbindet Mâcon mit La Levée.

Der Kapitän auf der Schiffsbrücke dirigiert sein Schiff,
damit es Städte, Dörfer, Flüsse und Meere miteinander verbindet;
ebenso dass der Schifffahrer und Mitreisende die Welt
- so weit wie es ihm beliebt –
entdecken und wahrnehmen darf,
ohne dabei den Wert der Zeit,
den Sinn und Zweck von seinem Dasein
aus den Augen zu verlieren.

Wilhelm von Humboldt präzisiert dies kurz und bündig:
“Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen,
die dem Leben seinen Wert geben.”