Archiv der Kategorie: Ukraine – Donaudelta

Donau zwischen Ismajil und Tulcea

Wir verlassen Ismajil und …

… fahren gemächlich an diesen imposanten Frachter, Krananlagen vorbei …

… und erhalten noch einmal einen Blick auf die Kirchen Holy Dominion …

… St. Niklolai, sowie zum Park von Ismajil …

… und auf die ehemalige türkische Moschee.

Ausserdem sogar einen Einblick …

… zur militärischen …

und auf eine weitere zivile Hafenanlage.


Wiederum fahren wir mitten auf der Donau …

… im Grenzland Ukraine / Rumänien Richtung Pâtlägeanca..

Wir überholen ein grösseres Schubboot …

mit fünf aneinander gekoppelten Schubleichter

… und lassen das ellenlange Gefährt hinter uns zurück.

Die Uferlandschaft verändert sich immer wieder.

Hier bei Pâtlägeanca verlassen wir den Donauhauptarm und biegen ab in den Bratul Sfantu George (Saint George Branch) oder auf deutsch Sankt-George-Arm.

Das ist der südlichste Mündungsarm. Der ist 110 km lang und mündet bei Sfântu Gheorghe ins Schwarze Meer. Auf diesem Donauarm befinden wir uns ausschliesslich auf rumänischem Gewässer.

Der Kranenhafen …

… und ein Ausflugsschiff künden an,

… dass wir …

… bei Tulcea sind.

Ab hier ist die Schifffahrt für ganz grosse Frachtschiffe nicht mehr möglich, da dieses Flussgebiet durch diverse streng geschütztes Naturschutzgebiete führt (Biosphärenreservat – Vogelschutzgebiete mit einem Flusslauf voller Kurven und mit vielen Seen).

Die Türken sagen, auf jeden Abend folgt ein Morgen …
Ja so dann, dann treffen wir uns wieder morgen hier,
für einen kleinen Ausflug
ins rumänische Naturreservat

Ismajil (Izmail)

… ein neuer Tag ist erwacht.

Nach dem Frühstück verlassen wir das Schiff, um Izmail oder Ismajil anzusehen.

Wir stehen hier am Denkmal vom legendären Feldherrn Alexander Suworow.

Turm der Ukrainisch-Orthodox- Pokrowski – Kathedrale

Der Gründung “Orthodoxen Kirchen der Ukraine” im Jahre 2018 ist aus einer neuen christlichen Bewegung (Stiftung Pro Orients) entstanden. Konstantinopel hat ursprünglich in der Ukraine nur wenige orthodoxe Kirchen anerkannt. Über Jahrhunderte hinweg haben die Ukrainischen Orthodoxen darunter gelitten, nicht dazu zu gehören. Sie sind im sogar bis vor kurzem von ihren Nachbarn (vor allem Russland und Polen) stets angriffen und verschmäht worden.

Allerdings sei durch die Unterzeichnung vom Vereinigungskonzil eine “zwei kanonische Kirche” entstanden, welche “rein politisch” und “rein eucharistisch” unabhängig voneinander bestehen. Sie sind deshalb auch nur vom Patriarchat “Konstantinopel”, von der “Griechisch-Orthodoxen Kirche”, sowie vom “Patriarchat Alexandrien” anerkannt worden.

siehe dazu einen Bericht von Domradio.de vom 15.6.2020 https://www.domradio.de/themen/interreligiöser-dialog/2020-06-15/wunsch-nach-einheit-neue-initiative-will-orthodoxe-kirchen-der-ukraine-vereinen

https://de.wikipedia.org/wiki/Ukrainisch-Orthodoxe_Kirche

Ismajil (Izmail) ist mit ca. 90’000 Einwohner die zweitgrösste Stadt der Ukraine. Sie wurde im 12. Jh. von den Genuesen als Festungsstadt erbaut. Ein türkischer Sultan eroberte 1484 die Festung. Die osmanische Stadt wurde immer wieder von den Russen bedrängt und schliesslich 1790 von Alexander Suworow erstürmt. Eine Zeitlang gehörte die Stadt den Rumänen, ab 1944 wieder der Sowjetunion. Ab 1991 nach dem Zerfall der Sowjetrepublik gehört Ismajil der Ukraine (dem Nachfolgestaat der UdSSR).

Alles für deine Sicherheit im, ums und ausserhalb vom Haus.

Historisches Museum:

Izmayil’s’kyy Istrorychnyy Muzey Im Aleksandra
https://www.wikiwand.com/de/Ismajil

Ismajil im Zweiten Weltkrieg

http://udp.one/de/unternehmen/geschichte

beweglicher T -34 Aufbau von einem russischen Panzer,
sowie zwei 15 cm schwere Feldhaubitze 18

Das ist eine ehemalige türkische Moschee. Sie steht hier in Erinnerung an den “Sturm auf die Festung Ismajil”, die im Jahre 1790, unter dem Regiment vom berühmten russischen Feldherrn Alexander Suworow statt gefunden hat.

Ausschnitte vom riesigen Diorama “Sturm auf die Festung Izmajil”

Kanonen / Haubitze von 1870

St. Nikolas-Kirche

Holy Dormition Kirche (Orthodoxe Kirche)

Park an der Donau mit Fernsicht zum Hafen von Ismajil, wo unser Schiff steht.

mit Restaurant mal da …

… und mal beim Schiffssteg

Ich glaube Luther zitierte einst:
Ecclesia semper reformlanda –
die Kirche muss immer reformiert werden.
Fazit: Die Kirche ist ständig eine Baustelle.

Im rechten Wartenkönnen
liegt das Glück verborgen.
Was gestern keimte, heute blüht,
das wird die Frucht von morgen.
Carl Peter Frühling

… nach Ismajil der Sonne entgegen …

Erste oder in unserem Fall letzte Einkaufsmöglichkeit für unsere Lieben zu Hause.

Denn, da wo die Kreuzfahrtsschiffe anlegen, sind die Souvenirshops nicht weit.

Mit Erstaunen nehme ich wahr, dass hier Ähnliches angeboten wird, wie 1979 auf einer meiner früheren Reisen durch die ehemalige Sowjetunion – einzig Taschen aus Jeans-Stoff gab es damals noch nicht.

Unser Schiff legt ab …

… mit einem Blick zurück …

… gehts auf dem Kilijaarm (nördlichster Mündungsarm der Donau ins Schwarze Meer) aufwärts zur südwestlich von hier liegenden Stadt Ismajil.

Die 60 – 70 Km lange Fahrt verläuft mitten im Grenzland Rumänien und der Ukraine. https://de.wikipedia.org/wiki/Grenze_zwischen_Rumänien_und_der_Ukraine

Da winkt uns zum Abschied noch die rumänische Grenzpolizei.

Wir überholen einen russischen Tanker (Flagge weiss blau rot)

… welcher mit Genehmigung der Ukraine (blau / gelbe Flagge) fährt. Strenge Bestimmungen regeln die Grenzformalitäten sowohl hier, wie überall auf der Welt.
Über einen Vorfall habe ich im Web folgenden Bericht entdeckt:
https://www.tagesspiegel.de/politik/zwischenfall-im-schwarzen-meer-ukraine-haelt-russischen-tanker-in-donauhafen-fest/24699978.html

Hier warten ein paar Frachtschiffe auf ihre Beladung …

Auf der ukrainischen Seite verläuft die T1607 teilweise parallel zur Donau …

… als eine schmale Verbindungsstrasse zwischen Wylkowe und Ismajil.

Ganzjährig werden für die Regulierung der Donauströmungen auf der unteren und mittleren Donau solche Gruppenverbände (Strömungsinseln) gebildet und ständig (manchmal mehrmals pro Tag und Nacht) mittels Schubboote verschoben und verändert,

… damit der Wasserfluss (Geschwindigkeit) der Donau besser reguliert werden kann (optimalere, energiesparendere und sicherere Bedingungen für die Binnenschifffahrt).

Solche Schubboote oder Schuber (und andere ähnliche Modelle) werden hauptsächlich in der Binnenschifffahrt für das Schieben von beladenen oder leeren Schubleichter eingesetzt und können über hunderte von Kilometer einen bis mehrere aneinander gekoppelte Schubleichter flussauf und -abwärts von A nach B stossen.

Die Uferlandschaft vor Ismajil verändert sich.

Die Donau hat sich hier einen Weg durch eine hügeligere Landschaft gefressen.

Ismajil ist nicht mehr weit …

Die ersten zwei Umschlagplätze von dieser Hafenstadt befinden sich einerseits auf einer Insel und …

… andererseits auf dem Festland, direkt an einer Güterbahnstrecke.

Bei Ismajil hat es besonders viele verschiedene Strömungsinseln …

… die der Donau zu mehr …

… oder weniger Schwung …

… Dynamik …

… und Drive verhelfen.

Beim Hafen von Ismajil drosselt der Kapitän den Schiffsmotor und dreht leicht ab.

Dabei warten die Matrosen ganz entspannt auf die weiteren Befehle …

… und geniessen wie wir …

… die Einfahrt zum …

… Anlegerplatz für die Flusskreuzfahrtsschiffe.

Die MS Dnieper Princess dockt …

… unmittelbar am westlichen Industrie- und Handelshafen an.

Unser Schiff wird am Liegeplatz mit einer Ankerkette und mehreren Festmacherleinen je an einem Poller gesichert (die Vorleine am Bug, div. Vorspringleinen an der Seite und die Achter- oder Heckleine am Heck).

Wir liegen sicher festgezurrt gleich gegenüber der Kapelle,

… welche wir vor dem Abendessen vom Schiff her fotografieren ..

… wie auch diesen wunderbaren Sonnenuntergang;

… abwechselnd mal backbord oder steuerbord stehend, …

… mit allem drum und dran …

… ebenfalls dabei heimlich die Putzequipe beim …

… Entfernen von Spinnmuppelen zu beobachten, …

… um dann nach dem Umziehen …

… hier im Esssaal fein zu dinieren.

Wylkowe ist eine Stadt …

… im Donaudelta und liegt am Killijaarm. Das ist der nördlichste Mündungsarm der Donau ins Schwarze Meer – einem Binnenmeer zwischen Südosteuropa, Osteuropa und Vorderasien.

Die Bewohner von Wylkowa (ukrainische) oder Wilkowo (russisch) oder Valcov (rumänisch) waren ursprünglich Lipowaner. Das sind altgläubige orthodoxe Christen, aus Russland. Ein Teil der Bevölkerung spricht immer noch russisch, ein anderer Teil der Bevölkerung rumänisch.

Einige Impressionen aus Wilkovo, aus einer Stadt die heute teilweise immer noch so aussieht wie ich sie erstmals vor mehr als vierzig Jahren gesehen, respektive anlässlich meiner damaligen Rundreise durch’s ursprüngliche Russland erlebt habe.






Zum Schluss noch dies:
Dieses Haus steht hier vollkommen barrikadiert da: Kein Mensch darf dieses Haus jemals wieder betreten, da hier anscheinend eine Hexe gewohnt hat. Man hat sie mit Schimpf und Schande vertrieben und …

… in das Hausdach ein grosses Loch geschlagen, damit der böse Geist von dieser Hexe für immer und ewig nach aussen entweichen kann.