Nachts durch die Schleuse Riedenburg…

… auf dem Main-Donau-Kanal, der höchst gelegenen Wasserstrasse Europas :



Kurz nach Sonnenuntergang verlassen wir beim Km 166.1 die Schleuse Kelheim …



… passieren die Stadt Riedenburg  und fahren kurze Zeit später … 



…  in die Schleuse Riedenburg ein. Wir fahren hier im Unterwasser (Richtung Nürnberg) auf einer Höhe von 346,6 m ü.NN., beim Kanal-Kilometer 150,8  unter der Schleusenbrücke durch (Verbindung vom Wärterhaus  über die Flussschleuse zum Kraftwerk Riedenburg).



Die Schleuse ist nur 12 Meter breit. Ihre Fallhöhe  beträgt 8,4 Meter.



Sie wird im Bereich Unterwasser von einem zweiflügligen Schwenktor  bedient.



Sobald wir komplett in die Schleuse eingefahren sind, werden sich die  zwei Schwenktore, oder auch Stemmtore genannt, hinter uns schliessen.  



Der Kapitän oder Steuermann überwacht die Einfahrt in die Schleuse ausserhalb der Kommandobrücke an der Reling stehend und benutzt zum Manövrieren diesen Aussen –  Steuerstand  . Es hat je einen solchen auf der Steuerbord- und einen auf der Backbordseite.



Während dem Schleusenprozedere ist er mit der WSV - Zentrale in Dietfurt in Kontakt. Diese Zentrale koordiniert die Signale für die Einfahrt zur und in die Schleuse, ebenfalls das Fluten der Schleusenkammer. Umgekehrt ist sie zuständig für die Entleerung der Kammer und Signalgebung für die Aus- und Weiterfahrt des Schiffes. Früher sass in jedem Schleusengebäude ein Schleusenwärter, der die Schleusenanlage überwachte und den Schleusenvorgangs dirigierte.



So, da sind wir nun drin in der Schleusenkammer, die zwei mächtigen Flügeltore hinter uns haben sich geschlossen. Anmerkung: Da die meisten Brücken, inkl. Schleusenbrücken über den Main-Donau-Kanal und dem Main auf sehr niedrigem Niveau gebaut sind, ist das mittlere und hintere Sonnendeck während der ganzen Fahrt bis zur Mündung in den Rhein nicht begehbar. Das heisst sämtliche Aufbauten vom mittleren und hinteren Sonnendeck sind entfernt und / oder sind am / im Deckboden verankert worden.



Vor uns, also in Blickrichtung Westen ist ein Senktor, welches das Oberwasser zurückhält. Das Füllen oder Fluten unserer Schleusenkammer kann jetzt beginnen. Zwei Längskanäle pressen Wasser von unten her in die Kammer.



Das Schiff wird vom einfliessenden Wasser in die Höhe gehoben. Die an der Schiffswand befestigten Stossdämpfer oder Fender schleifen an der Kammerwand und kratzen von dieser Sand und Dreck. Es knirscht gewaltig an Backbord. Hingegen auf der Steuerbordseite ist es ruhig, da hier der Abstand von der Schiffswand zur Schleusenwand ca. 30 cm beträgt.  Die Schleusenkammer hat wie bereits erwähnt nur eine Breite von 12 Meter und die Bellucci hat eine Breite von 11.45 m … 



Der Matrose wartet und beobachtet gemeinsam mit dem Kapitän das Ansteigen des Wasserspiegels und das Anheben des Schiffes. Er kontrolliert hin und wieder auch die zwei Befestigungsseile. Diese Taue werden zuerst vom Matrosen Schiffs –  Poller  angelegt und ebenfalls mit einem Poller der auf der Oberkante (oder in einer Nische) der Schleusenkammerwand steht, verbunden. 



Sobald die Kammer vollständig mit Flusswasser (Dauer ca. 10- 15 Minuten) gefüllt ist, entfernt der Matrose die Taue. 



Das Schiff  steht jetzt auf gleicher Höhe wie das Oberwasser und ist zur Ab- und Weiterfahrt bereit.


 


Die Signalisation ausgangs der Schleuse  wird nun von der WSV-Zentrale in Dietfurt von rot auf grün geschalten …



Unser Schiff verlässt die Schleuse (vorbei an den beiden Längskanälen, die das Fluten der Schleusenkammer ermöglicht haben). 



Auf jedem Damm  steht so ein so hübsches Rettungsboot, falls eine Person in den Schleusen- oder in den Längskanal (zum Fluten) fallen sollte …



Unsere Bellucci durchfährt den ganzen Donau-Main-Kanal (Naturschutzgebiet) mit gedrosselter  Fahrtgeschwindigkeit (keinesfalls über 13 km/h). Auf diese Weise kann der vom Schiff erzeugte Wellengang minimiert werden. Ebenso müssen die Vorschriften und Bestimmungen zur Lichterführung strikte eingehalten werden. Das heisst nachts werden die grellen Schiffs-Scheinwerfer (nach dem Schleusenprozedere) abgestellt und die Lichtstärke aufs Minimum reduziert, damit die Tier- und Pflanzenwelt nicht gestört wird.



Ich meinerseits lege mich auch zur Ruhe  …



… um bereits um 06.30 Uhr  beim Kilometerpunkt 82 (nach siebenmaligem Durchschleusen) zu erwachen und dabei feststelle, dass ich die europäische Hauptwasserscheide verschlafen habe.



Ich staune über die für hier so typischen Kiefernwälder. Diese kahlen Kiefern nennt man “die Steggerl vom Steggerlaswald”. Diese sind bis vor kurzem für die Telefonstangen / Masten – Produktion gerodet worden.



Diese hohen und kahlen Steggerl prägen noch den  Nürnberger Reichswald …



… und werden aber heute beim  Aufforsten immer mehr mit Laubholzbäumen durchmischt.



Während dem Frühstück fahren wir  süd-östlich vor Nürnberg …


… beim Kilometerpunkt 72.8 in die Schleuse Eibach ein.


Zu dieser Skizze (erstellt vom Reiseleiter) füge ich für Interessierte folgende Links bei: Liste der Main-Donau-Schleusen  , dann den Lageplan der Schleusen (Kehlheim bis Bamberg) und den Lageplan Schleusen von Passau bis Mainz , sowie einen Höhenplan (m.ü.NN) und Ansichten über die Bauweise und Funktion aller möglichen Schleusen, die wir irgendwo auf unserem Planeten antreffen könnten.

Zur Befreiungshalle in Kelheim …

… fährt man am besten mit dem CityTrain, 



… oder von den Einheimischen liebevoll Ludwigsbahn genannt.



Denn das Denkmal von Ludwig I – König der Bayern (Onkel der späteren Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn) steht auf  dem 126 m hohen  Michelsberg .



Die Nordost-Ansicht der Befreiungshalle …


 … habe ich um die Mittagszeit, von unten, am Alten Hafenkanal  stehend fotografiert. 

Ja, da steht sie die Befreiungshalle Kehlheim , welche Ludwig I. König von Bayern  (Sohn von Kurfürst Maximilian I. Josef von Bayern ) zum Andenken an die in den Jahren 1813 – 1815 gewonnenen Befreiungskriege  gegen Napoleon erbauen liess.

Die Innenräume der Befreiungshalle sind einsehbar mit diesem Link . Dazu können  Hörstücke zur Befreiungshalle gedownloadet werden (insgesamt eine Zusammenstellung von Kehlheims Gymnasiasten im Jahre 2013 zum 150. Geburtstag der Halle).


Übrigens sind im Verlauf von 2018 die neuesten Renovierungsarbeiten  beendet worden.


Der Architekt Friedrich von Gärtner hat 1839 den Bau begonnen und ist kurz nach Baubeginn gestorben. Er konnte gerade noch das Kellergeschoss und die dreistufige Sockelring-Treppe beenden.  Die drei Sockelringe  sind je 7 Meter hoch und bestehen aus eckigen Kalkstein-Quader. Der grösste ist bis zu 15 Kubikmeter gross und wiegt 37 Tonnen. Der unterste Sockelring hat fast einen Durchmesser von 60 Meter. 

 Leo von Lenze, ebenfalls Architekt und berühmter Baumeister hat den den Bau im Zeitraum 1847 – 1863  (mit abgeänderten und angepassten Plänen und einigen Unterbrüchen) vollendet. Die Aussenfassade ist ein Sichtmauerwerk aus Kalkstein von Kelheim und wird umringt von 18 eck-förmigen Strebepfeilern (16,5 m hoch / 2,5 m breit), ebenfalls aus einheimischem Kalkstein.

Auf jedem Pfeiler steht eine ca. 6,5 m hohe  Kolossalstatue  mit Allegorien eines Landes. Die Statuen symbolisieren die deutschstämmige Völker  (z.B. Franken, Böhmen, Tiroler, Bayern, Hannover, Österreicher usw.) welche an den Befreiungsschlachten dabei waren.

Vor jedem Strebepfeiler steht ein Rundsäulen – Kandelaber aus Kelheimer – Marmor. Diese 18 Marmor-Säulen (ohne Stützfunktion) bilden gemeinsam mit einem Geländer aus Eisen die Balustrade für den unteren Balkon, direkt aufliegend auf dem Kalkstein-Sockel.

Jeder dieser Kandelaber oder Säule ist komplet anders verziert.  Geometrische, blumen-, und figurenartige Sujets, sowie diverse Bildnisse von Engeln sind in den Marmor gemeisselt worden und wechseln sich in loser Folge ab.

Die oberste Steinbalustrade bestehend aus Querbalken und Metopenfries  ruht auf 54 toskanischen Säulen (je 5,2 m hoch) aus Kelheimer Marmor, die den oberen Balkon – Rundgang bilden.


Die auf der Balustrade thronenden 2,5 m hohen Trophäen sind mit Helm, Harnisch und Armschilder versehen …



… und schmücken den kuppelartigen und 16725 kg schweren Kupfer-Dachstuhl.



Südlich der Befreiungshalle hat man einen tollen Ausblick zum  Donaudurchbruch .


Die Schifffahrt auf der Donau zum Kloster Wellenberg ist,  …



… wie man sieht, zur Zeit wegen zu niedrigem Wasserstand nicht möglich. Auch Ende Oktober 2018 kann diese Stelle immer noch nicht befahren werden.


Uraltes Kalkgestein schuf das Flussbett und damit ein tolles Naturschutzgebiet , welches stets kritisch beobachtet wird. Hier hätte ein Stausee , Kraftwerke und anderes entstehen sollen. Ebenso beim Kloster Weltenburg und weiter flussaufwärts bei Vohburg (zwischen Ingolstadt und Ulm) waren diverse Staustufen geplant. 


Westlich der Befreiungshalle haben wir diese Mauersegmente aus Plattenkalk entdeckt. Das ist eine  frühkeltische Mauerkonstruktion , entstanden ca. 400 v. Chr. / siehe dazu noch diesen Link .


Wieder unten im “Tal” angekommen besuchen wir noch kurz die Altstadt von Kelheim :

… wir betreten diese vom Alten Hafen her durch das Mittertor . Das ist das Westtor der ursprünglichen Stadtbefestigung. Zwei weitere Tore der Stadtbefestigung sind:

… das Altmühltor oder Nordtor der Altstadt. Das ist die Südansicht vom Tor, welches zum Main-Donau-Kanal führt, wo unser Schiff angelegt hat.

Das Donautor ist das Südtor der Stadtbefestigung und liegt an der Donaustrasse.  Habe leider nur eine Nordansicht von diesem Tor. Von hier gelangt man zur  Donau und  Hafen der einheimischen Ausflugsschifffahrt für Fahrten zum Kloster Weltenburg usw. 


Von den drei Toren (das vierte Stadttor gibt es nicht mehr) gelangt man mit wenigen Schritten zur Altstadt, z.B. an diesen Kreuzpunkt mit der Matthäus-Kirche …



…an den Ludwigsplatz mit den zweigeschossigen Dachaufbauten, hier zum Beispiel mit Treppengiebel …



… da mit diversen lieblichen Schweifgiebeln …



… und Wandmalereien.



Das wunderschöne alte Rathaus


 

 

 

 

 

… liegt gegenüber dieser malerischen Häuserzeile mit dem Turm der Himmelfahrtskirche …


… und dem Brunnen mit der Mariensäule. 


Das Denkmal für König Ludwig I von Bayern steht vor der Brauerei Weisses Brauhaus  mit Gaststätte. Brauhäuser sind in fast jedem Ort zu finden …



… wie auch solche liebevoll geschmückte Ecken und Winkel.



Es ist wieder einmal höchste Zeit, wir verlassen die Stadt durch das Altmühltor …



… um über diese Parkanlage …



… und entlang dem Main-Donau-Kanal möglichst rasch zu unserem Schiff zu gelangen…


… das heute Abend durch die Schleuse Kelheim (rechts im Bild) fahren wird. Direkt vor uns  befindet sich das Pumpwerk / Kraftwerk der Rhein-Main-Donau AG, gleich daneben hinter der langen Mauer ist die Schleuse für unser Schiff und ganz rechts schleusen die kleineren Boote. 

Wie es so ist, genau während dem Nachtesse fährt das Schiff ab, um in die Schleuse Kelheim zu fahren. Natürlich muss ich das kurz fotografieren. Dieses Foto zeigt die Ausfahrt, aus der gefüllten Schleuse (Flussaufwärtsschleusung) mit Blick zurück nach Kelheim. Wo ich gerade noch zum Abschied zur Befreiungshalle hinauf winken kann. 

Kelheim hat mit …

… König Ludwig I von Bayern nicht nur kulturell und geschichtlich …


sondern auch auch wirtschaftlich 



eine grosse Bedeutung erhalten.



König Ludwig I von Bayern hat den Donau – Main Kanal in zehn Jahren (1836- 1846) in einer Gesamtlänge von 171 Kilometern ab Kelheim bis Bamberg als künstliche Wasserstrasse  mit insgesamt 16 Schleusen (13 Kanalstufen und 3 Staustufen) erstellen lassen. Dank diesem  Ludwigs Kanal  ist die Personen- und Frachtschifffahrt durchgehend vom Schwarzen Meer bis an die Nordsee möglich geworden.



Für die Schiffsbetreiber und die Wirtschaft …



… ist der Main-Donau-Kanal eine Lebensader



und ein Meisterwerk



der Technik geworden.



Für die Naturschützer ist dieser heutige, seit 1992 vollendete Kanal, als schiffbare Verbindung von Kehlheim nach Bamberg ein Natur zerstörerisches Prestigeprojekt 



(Erweiterungs- und Erneuerungsbauten ab 1960 – ursprünglicher Bauträger seit 1921 ist die Rhein-Main-Donau AG)



Diese Karte zeigt (Pfeil rechts), wo die Donau nach dem Donaudurchbruch Weltenburg  in den heutigen modernen Main – Donau – Kanal fliesst und (Pfeil links) wo der ursprüngliche Kanal und alte Kanalhafen gebaut worden ist .



Hier ein paar Bilder vom ursprünglichen Ludwig-Donau-Main-Kanal, seiner Schleusenvorrichtung und der dazu gehörigen Hafenanlage. 


 


Diese uralten Schleusenanlagen beeindrucken uns,


denn diese uralten Eichenstemmtore stauen das Wasser vom Hafenbecken immer noch  fast dicht zurück und halten die Schleusenkammer praktisch trocken.



Dieses zweiflüglige Stemmtor aus Eichenholz  steht leicht schräg, also in einem stumpfen Winkel zum Hafenbecken, um seinem enormen Wasserdruck stand zu halten.


Die Mauern der Schleusenkammer bestehen aus schweren Steinquadern.



Diese Doppelschleusentore am anderen Ende der Schleusenkammer sind geöffnet. Sie werden erst geschlossen, wenn eine Schleusung stattfindet. Mittels einem unterirdischen Röhrensystem füllt sich die Schleusenkammer. Sobald der Wasserstand gleich hoch ist wie der Wasserspiegel vom Hafenbecken, kann sich das nördliche Stemmtor (dank Mechanik und mit Hilfe vom enormen Wasserdruck) langsam Richtung Hafenbecken öffnen. Das Schiff kann in dieses einfahren und so zu den Krananlagen gelangen. Umgekehrt fährt ein Schiff vom Hafenbecken her in die gefüllte Schleusenkammer. Langsam wird diese, wiederum durch ein Röhrensystem, entleert. Die südlichen Stemmtore öffnen sich und das Schiff  kann wieder zur alten Donau, Richtung Mühlethal und Kloster Weltenburg zurück fahren. 


Die Schleusen werden  für Demonstrationszwecke hin und wieder in Betrieb gesetzt … Da der momentane Wasserstand im alten Ludwig-Donau-Kanal zu gering ist, können keine Schiffe durchfahren, resp. eine Ein- oder Ausschleusung durchführen … 


… sowie diese Hafenwinde …



… oder dieser Hafenkran benützen.



Diese Ziehbrücken sind neueren Datums …



… und bekommen dann erst an Demonstrationstagen wieder tüchtig Arbeit, damit die eigens für diese Anlässe gecharterten Klein-Schiffe zum alten Hafenkanal Zugang finden. 


Wir unsererseits gelangen über diese Brücken …



zum Ausflugsschiffhafen beim Altmühlethaler Panoramaweg.




Doch wegen dem Niedrigwasser wurde die Schifffahrt durch die Stelle beim Donaudurchbruch bis zum Kloster Weltenburg eingestellt. 

 

 

Aus diesem Grund haben wir uns entschlossen mit der City-Bahn

 

 

 


auf den 126 Meter hohen Michelsberg, wo auch die von König Ludwig I erstellten Befreiungshalle steht zu fahren, um wenigstens von da oben herab einen Blick in die “Schlucht” vom Donaudurchbruch zu erhalten.



Darüber berichte ich euch gerne in einem nächsten Bericht.

Von der Kirche Sankt Emmeram in Regensburg …

… haben wir den Turm vom St.Peters-Weg her kommend …



… rasch entdeckt. Aber wo ist das Kloster? 



Denn vor dem Turm  der Kirche Sankt Emmeram steht ein Kindergarten …


Ahnungslos laufen wir um diesen Eingangskomplex, um dann vor dem  Schloss Thurn und Taxis – St.Emmeram zu stehen. Dieses ist heute und den ganzen September geschlossen; das heisst übers ganze Jahr nur zeitweise  für spezielle Anlasse und Besichtigungen geöffnet, damit die dort wohnenden Fürstenleute (unter anderem die allseits bekannte Fürstin Gloria) hin und wieder etwas privat sein können.


Ebenso ist die Klosterkirche oder Basilika nur zeitweise geöffnet. 



Doch wir haben Glück! 



Vom Emmerams-Platz her gelangen wir durch diesen Durchgang …



… in diesen Vorgarten, der sich  …



… als uralte Friedhofsanlage entpuppt. Seht euch selber um:



Der Garten führt direkt in diese grosse gotische Eingangshalle mit vielen Grabinschriften und links …



zum Tor der Kirche Sankt Rupert . Gleich rechterhand ist der Eingang zur zur Kirche Sankt Emmeram .


Verschiedenartigste Grabmale schmücken die Aussenmauern beider Kirchen, ebenso einen schmalen seitlichen Hallengang, der in einen kleinen Vorgarten und zur Schlossstrasse führt.


Fürstliche und bischöfliche Verstorbene haben hier ihre letzte Ruhe gefunden.


… unter anderem auch der Heilige und Märtyrer Bischof Emmeram 



… dieser ruht hier seit dem 7. Jh. 



Durch dieses Eingangsportal …



 … gelangen wir zur Kirche Sankt Emmeram …



… und zwar zuerst durch das sogenannte Westquerhaus mit seiner immens hohen Halle …



… diversen Altargalerien …



… über alles thronen wunderbare Holzdecken.


  

Düstere Bilder und liebliche Engelsgelgestalten wechseln sich ab



… und der Mister Tod ist auch nicht zu übersehen …



… wie diese schlichte Orgel …



… und dieses Metternichdenkmal.



Diese zwei lieblichen Altarunterbauten versöhnen uns mit dem Gottesraum, denn sie lockern unsere zwiespältigen Gedanken über das Gesehene etwas auf …



Diese kunstvoll geschmiedeten Toranlagen …



… machen uns neugierig auf das Hauptschiff der Basilika …



Welch ein Gegensatz zum Westquerhaus:



Barocke Deckenmalereien …



… liebliche Wandbildnisse, die kleine kostbare Kanzel und die vielen geschmückten Mittelschiffspfeiler gilt es einfach nur still zu bewundern.



Dann ist da noch diese Galerie für besondere Gäste mit den darauf thronenden barocken und güldenen Engeln.


Diese Orgel ergänzt den spätbarocke Innenausbau. Kurz das viele Gold, die feinen Wand-Malereien die freundlichen Skulpturen beeindrucken in seiner Leichtigkeit und lassen uns an den Innenausbau und Farbgestaltung vom Kloster Einsiedeln erinnern.

Die Seitenschiffe der Basilika sind ebenso aufwendig gestaltet.

 

 

 

Allerdings können wir hier nur noch rasch eine Kerze anzünden. Der Küster löscht das Licht und mahnt uns zu gehen, da die Öffnungszeit überschritten sei. 

Das  Kloster Sankt Emmeram   mit dem Kreuzgang  usw.,  befindet sich mitten in der Schlossanlage, wo sich auch das fürstliche Museum und Schatzkammer. Diese interessanten Gebäude sind durch die Rezeption an der Schlossstrasse oder eine Pforte im Westflügel des Schlosses erreichbar und momentan auch geschlossen.

Die Altstadt von Regensburg …

… lässt sich sehen …



… und uns begeistern …



… auch, wenn der Dom St.Petrus gerade restauriert wird …



…wie u.a. auch diese Südansicht zeigt, vor der sich …



… König Ludwig I. von Bayern würdevoll in Bronze präsentiert.



Die Bayerische Monarchie hatte nicht immer seine Fans, wie dies in einem Bericht  der Regensburger Digital Nachrichten vom 30. Nov. 2015 dargelegt und beschrieben wird.



Der Bischofshof oder die Bischofsresidenz , steht seit 1560. Ist im Jahre 1810 säkularisiert und verkauft worden und …



… ein paar Jahre später wieder zurück gekauft worden. Die frühere Brauerei ist ebenfalls wieder in Betrieb genommen worden. 1910 ist die Produktion in einen anderen Stadtteil ausgelagert worden.



Das Brauereirestaurant und der Hotelbetrieb wird heute noch betrieben …



… wie man im wunderschönen Hofgarten vom  Bischofshof  gleich sieht.



Sich hier niederlassen, ein Bierchen zu trinken …



… dabei die Geschichte von Regensburg …



und deren Kurzfassung zu studieren, sowie …



sich diese Fabel vom Gänspredigtbrunnen 



zu Gemüte führen, ist ein wahrer Genuss;



um dann etwas später, nicht im Entengang sondern in einem schnellen Spurt , weitere Teile von Regensburg zu erkunden: 



Wohn- und Geschäftshäuser – viele im neugotischen Stil und mit imposanten Treppengiebel erbaut.



Wir entdecken Plätze mit schlichteren



und / oder



hübscheren Markständen,



viele bunte Fassaden



auch enge Gassen



und immer wieder Kirchen mit ihren verschiedenen Türmen



als Schattenbild



manchmal versteckt hinter Dächern und Kaminaufbauten.



Da stehen wir plötzlich am Emeramsplatz beim Freisingerhof oder beim ehemaligen “Roten Haus”. Dieses war ursprünglich ein Wohnhaus und irgend wann mal teilweise abgebrannt. Heute, nach der Aufstockung und Neugliederung der Fassade erstrahlt das ehemalige “Rote Haus” im Neurenaissance-Stil und hat einen blüten-rein-weissen Anstrich erhalten, damit es Reinheit und Würde ausstrahlt, denn hier ist die Obrigkeit der Regierung Oberpfalz untergebracht. (Regensburg ist die Hauptstadt vom Regierungsbezirk Oberpfalz und die viert grösste Stadt des Freistaates oder Bundeslandes Bayern)



Die Bronzeskultptur von Bischof Johann Michael Sailer   hebt sich optimal vom weissen Fassaden-Hintergrund und heute strahlend blauen Himmel ab.



Dieses effektiv rote Haus ist auch ein Regierungsgebäude der Oberpfälzer Regierung und steht nahe neben dem weissen bereits vorgestellten Regierungsgebäude …



und dieses gelbe Gebäude am Ägidienplatz 1 (unweit vom weissen und roten Gebäude entfernt) ist früher ein Gymnasium und Hochschule für Theologie und Philosophie gewesen. Heute wohnt hier ebenfalls die “Regierung der Oberpfalz” .



Dieses Regierungsgebäude ist ebenfalls im Neurenaissance-Stil erbaut worden – versehen mit einem tief gelben Anstrich. Warum wohl?



Hey ja, weil hier anscheinend noch gearbeitet wird und es als Dienstgebäude (wie das rote) nicht unbedingt Würde und Ansehen ausstrahlen muss. 



Im “Königlich-Bayerischen Gymnasium” oder Albertus-Magnus-Gymnasium  gegründet im Jahre 1505, bis 1964 genannt “Altes Gymnasium” …



  … wird heute noch studiert, anlag dem Motto: denken und wagen.



wie z.B. später als Jurist oder sonstigem Holdingspezialist am Ägidienplatz 20. 



Hier am Bismarckplatz 1  (nahe dem “königlichen Gymnasium” und den diversen Regierungshäuser steht  das ehemalige Präsidialpalais . Die ehemalige Französische Gesandtschaft tagte in diesem Bau mit seinem schneeweissen Säulenportikus. Heute ist darin die städtische Sing- und Musikschule und ein Restaurationsbetrieb untergebracht. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick …



über den Bismarckplatz mit Springbrunnen zum städtischen Theater von Regensburg.



 Das Theater Regensburg umfasst Musik (Opern, aller Art Konzerte, Ballett) Schauspiel, Tanz aller Art, Theater diverser Sparten und vieles mehr.



Auf dem Fassadenvorsprung …



… thront ein musizierender (nicht sterbender) Schwan und blickt …


 


… hinunter zur den filigranen Bronze-Solistinnen.



Die Sousaphonistin blickt, vorbei an diesem wunderbaren Mauerdurchblick …


  


… zur östlichen Ecke vom Bismarckplatz, genauer zum  Hoftor des Erbprinzenpalais oder Stadtpalais des ehemaligen Kloster Prüfening. In dieser Anlage hat Erbprinz Albert Maximilian von Thurn und Taxis (1831-1867) seine Jugendzeit verbracht…



Der Aufsatz vom Hoftor zeigt ein Wappen, das der Standarte von Fürst Albert II. von Monaco ähnelt …


An diesem Tor ist mir noch eine weitere Kuriosität aufgefallen (nicht die Anhalte- und Parkverbotstafen) sondern …



… dieses alte Strassenschild und daneben stehende Restaurant für Vegetarier (nicht auf dem Bild). Wie lautet der Strassenname nun genau?? Drei-Mohren-Strasse oder Drei-Möhren-Strasse ? Anscheinend hat sich jemand im Jahre 2015 einen Scherz erlaubt. Ich darf versichern, dass am 12.09.2018, um 11.15 Uhr die beiden Pünktchen auf dem “O” noch da waren – oder wieder?! Halleluja, der Mohr hat seine Schuldigkeit getan!



Huch, da fällt mir ein: Wir waren ja oben beim Sankt Emmeram, beim gleichnamigen Schloss und Fürstenhaus der Thurn und Taxis


Dass Schloss mit Parkanlage war wegen zu geschlossen und ist nur zeitweise für Besichtigungen und Anlässe offen.



Hingegen konnten wir die Basilika  Sankt Emmeram besichtigten. Darüber berichte ich gerne ein anderes Mal.


 

Die Besichtigung von Regensburg …

… beginnt mit einem Spaziergang entlang der Donaulände



 Auf der Donau ist nicht all zu viel los, da der niedrige Wasserstand, flussabwärts Richtung Passau, die Schifffahrt verhindert.



Einzig ein Arbeitsschiff,



sowie einige Ausflugsschiffe, wie hier die Kristall-Prinzessin und Kristallkönigin 



und die moderne “Fürstin Gloria” und ihr antiker Kollege … 



… sowie der Urahn-Kahn der Stadt Regensburg fahren mit ein paar Gästen zuerst ein Stück flussabwärts (Richtung Passau), um dann mit viel Gejohle (wegen zu tiefem Wasserpegel) zu wenden und wieder flussaufwärts Richtung Kehlheim zu tuckern.



Ebenfalls entdeckt ich an der Donaulände dieses Strassenschild. Es erinnert  an den römischen Kaiser Marc Aurel , welcher 179 n.Chr. an dieser Stelle ein Militärlager (Castra Regina) mit 6000 Soldaten errichten liess, als Verteidigunsposten gegen die Germanen, welche nördlich der Donau siedelten. Marc Aurel war auch ein grosser Philosoph und lebte von 121 zuerst in Rom und starb 180 in Vindobona an der Pest.



Diese Schiffe gehören dem  Schifffahrtsmuseum 



und werden für verschiedene Fahrten hin und wieder in Betrieb genommen



Diese “Freudenau” kann kann man sogar für 600 Euro / Stunde chartern …



Fünfzig  Gäste haben darauf Platz. Wenn jeder seine Fahrt selber bezahlt, ein Schnäppchen.



Ja und da gibt es noch die älteste Brücke von Deutschland (sagt man) …



und zwar die Steinerne Brücke, ausschliesslich für Fussgänger und Radfahrer bestimmt. Sie ist im Jahre 1135, bei einem ebenso  tiefen Wasserstand (wie gerade auch jetzt) erbaut worden.  



Sie überspannt zwei verschieden breite Donauarme …



… inkl. den Nebenarm zum SORAT-Inselhotel und  Wehranlage “Am Beschlächt”.



Die Brücke beginnt beim Brückturm (auch Schuldturm genannt) und Sie verbindet die Altstadt mit dem Stadtteil Stadtamhof …



… und gehörte als mittelalterlicher Torturm zur ehemaligen Stadtbefestigung von Regensburg.


 


Die Steinerne Brücke, hier fotografiert unterhalb vom Brückenturm, ist eine Steinbogenbrücke und hat 16 solche Segmentbögen (nur 14 davon sind sichtbar).



Die  verschieden hohen und unterschiedlich dicken Brückenpfeiler  und Segmentbögen  (aus Regensburger Grünsandstein und Donaukalkstein) und stehen auf  einem Fundament mit spitz zulaufenden Steinquader-Inseln (mit Hinterfüllungen aus Bruchstein und Findlingen). Diese unterschiedlichen Untergrund- und Stützpfeiler, sowie die ungerade Linienführung der Brücke steuern wirkungsvoll den Strömungsverlauf der Donau. 



Einzelne Teilbereiche der Brücke werden gerade erneuert und / oder saniert.



Eine Besonderheit der Brücke ist das Bruckmandl. Diese Skulptur  ist 1446 auf dem höchsten Punkt der Brücke erstellt worden. Das Männchen reitet auf einem Satteldach und blickt Richtung Süden direkt zum Dom und symbolisiert den damaligen Baumeister der Brücke, welcher vom höchsten Punkt aus den Fortschritt des Brückenbaus erkundet.



Diese spezielle  Brückensage ähnelt sich der Sage über die Teufelsbrücke , welche sich im 13. Jh. am Gotthardpass (Schöllenenschlucht) ereignet hat.



… Die historische Wurstlküche, gerade gegenüber der steinernen Brücke …



… ist der weltweit älteste Betrieb dieser Art und diente ursprünglich, während dem Bau der steinernen Brücke als Baubüro.



Wieder zurück auf der Donaulände befindet sich ebenfalls dieser Villapark



inkl. der Königliche Villa (1856) des bayerischen König Maximilian II. Dieser wird sich, wenn er hier auf Besuch weilte, folgendes Zitat von Kaiser Maximilian I verinnerlicht haben:


Hier lässt sich leben wie Gott in Frankreich.



Etwas westlich (stromaufwärts) der Steinernen Brücke steht diese Eisenbrücke, genannt Eiserne Steg , welche unter Denkmalschützern unter dem Dekret “schützenswert”  eher umstritten ist.


 Punkto Denkmalschutz, Besitz, Wollen, Haben und Sowieso, kommt mir folgendes Zitat,  vom altehrwürdigen Philosoph, Feldherrn und Kaiser Marc Aurel, in den Sinn:


Denke lieber an das, was du hast, als an das, was dir fehlt!


Suche von den Dingen, die du hast, die besten aus und bedenke dann,


wie eifrig du nach ihnen gesucht haben würdest,


wenn du sie nicht hättest.

Diesmal eine Flussfahrt …

… im September, mit dem Flussfahrtschiff A.Bellucci, welches den Namen vom italienischen Maler Antonio Bellucci (1654 – 1726) erhalten hat.



Ursprünglich war vorgesehen, dass wir unsere Schiffsreise in Passau beginnen und von da aus über Nacht Donau aufwärts nach Regensburg fahren.



Da die Donau in diesem September zu wenig Wasser führt, sind wir mit dem Bus, von Basel via München, direkt nach Regensburg aufs Schiff gebracht worden. 



Der Hafen von Regensburg präsentiert sich uns in der Abendsonne von seiner schönsten Seite.



Was gibt es nicht Schöneres als nach dem Auspacken auf dem Schiff auf eine solche Entdeckungsreise zu gehen und …



… und nach dem Abendessen auch noch rasch von Regensburg  …



… einen Augenschein zu nehmen …



… dem Dom (ohne Spatzen) einen Besuch abzustatten …



… sich im ersten Fotografieren zu üben …



… um anschliessend von diesen zwei Helden zu träumen … 



… um dann mit diesem wunderbaren Sonnenaufgang in den neuen Tag zu starten.

Mit dä Galgevögel uf em Rhy …

 Ende Februar fahren wir mit dem Flussschiff MS Thurgau Ultra  der Thurgau Travel AG auf dem Rhein von Basel nach Breisach und Strassburg.



Am Passagierterminal Basel St. Johann beim Steg 1 (Km-Punkt 166)  im Oberrhein steht das Schiff flussaufwärts. Wegen der Strömung des Flusses liegen alle Schiffe an ihrem Ankerplatz “gegen den Strom”. Der Bug teilt das abwärts fliessende Flusswasser und reduziert so die Wasserkraft gegen das Schiff. Der Kahn liegt ruhiger und schont die Seile, dies besonders bei Hochwasser.



Zum Glück bin ich klein gewachsen und kann diesen Warnhinweis übersehen …



Auf dem Sonnen- oder Skydeck ist der Funk-, Radar- und Fahnenmast abgesenkt worden. Die Relinggeländer und Stühle liegen auf dem Boden, nicht wegen dem Wind, der im Moment bei Minus 4 Grad mit ca. 30 km/Std. uns um die Ohren pfeifft, sondern wegen den hier im Oberrhein sehr tief liegenden Brücken. Beim Passieren von tief liegenden Brücken (oder bei Hochwasser) wird auch die Steuerkabine abgesenkt.



Pünktlich um 11.45 Uhr legt die MS Thurgau Ultra Ultra ab. 



Auf dem Schiff ist auch die Thurgauer Band Galgevögel, welche uns im Laufe der nächsten Tagen mit einem Konzert und weiteren Konzerteinlagen beglückt.



Ein letzter Blick zurück nach Basel und schon bewegt sich das Schiff vom Ufer weg.



Nach einem Dreh-Mannöver steht das Schiff …



… mit seinem Bug flussabwärts und wir  fahren zur Rosenbrücke …


… und unter ihr durch …


… um sie schon bald strahlend hinter uns zu lassen.



Die Fahrgeschwindigkeit erhöht sich …



… um bei der Mündung vom Flüsschen Wiese mit etwa 10 Knoten oder 18 km/h …



… Richtung Dreiländereck  …



Schweiz (Basel) – Deutschland (Weil am Rhein)  und Frankreich (Huningue), um …



… etwas später unter der Dreiländerbrücke …



und der Pont du Palmrain durchzufahren …



… und schon bald das Stauwehr vom Kraftwerk Kembs  zu entdecken.



Wir werden zu einer Orientierung in den Salon, das sogenannte Theatron gerufen, als wir just die erste Schleuse und zwar die von Kembs vor uns haben und in sie einschleusen.



 


Diese Schleuse ist im Jahre 1932, mit zwei Schleusenkammern zu je 180 m x 25 m und versehen mit je einem 13,20 m hohen Hubtor.



Wir stehen Fluss abwärts  in der rechten Schleuse, die sich zu entleeren beginnt. Sobald die Kammer leer ist, wird das Hubtor angehoben und unser Schiff kann die Schleuse verlassen. Leider werden wir zum Mittagessen gerufen und etwas später vor dem Zimmerbezug zu bemerken, dass wir …


 


… dass wir bereits in der Schleuse von Ottmarsheim  stehen. Diese Schleuse  wurde 1952 erbaut. Hat ebenfalls zwei Kammern (183,4×11,4m und 183×22) und je ein Hubtor.



Etwas später, nach dem Zimmerbezug dürfen wir nicht mehr aufs Sonnendeck, weil …



… die Windstärke (jetzt ca. 60 km/h) enorm zugenommen hat. Stehen auf Deck erschwert.



Deshalb verziehe ich mich auf den kleinen Raucherbalkon im Mitteldeck und geniesse den Fahrtwind, die Bise und den Gischt um die Nase …



Hinter mir grummelt eine schlotternde Raucherin: ”Ich hoffe, dass es weiter unten etwas wärmer und grüner wird. Das ist ja eine ganz öde Landschaft hier!” Dass es etwas grun, grün oder grien wird, dass weiss ich (von früheren Fahrten) aber das ist etwas anderes als die Dame hinter mir wünscht.



Dem Fluss aufwärts stürmenden Öl-Tanker VENTRANS II  ist auf jeden Fall nicht öd ums Herz, er raucht auch nicht und fühlt sich eher etwas verschieden farbig blau. Hätte die Klagende hinter mir eben so viel Öl im Bauch und einen guten Speed im Getriebe, fühlte sie sich sicherlich nicht unterkühlt beim Motzen und Rauchen.


 



Schon bald passieren wir den Port Rhénan de Mulhouse – Ottmarsheim.



Da sind sie am arbeiten …



Diese Container-Kranen-Anlage ist nicht in Aktion.


 


Denn die Containerladungen wären beim heutigen starken Wind all zu sehr durch die Luft geschaukelt worden.


Diese Fördermaschinen ruhen ebenfalls …



… wie auch diese Silos der Firma Hocim.



Dafür fliesst hier der Weizen stiebend vom Lager übers Förderrohr in den Spits (Motorgüterschiff oder Frachtschiff). 



Nach dieser Eisenbahn- und Strassenbrücke “Rhein-Brücke Neuenburg – Baden” dürfen wir wieder aufs Sonnendeck … 



… als wir diesen  Ölfrachter RP Antwerpen kreuzen, stellt sich heraus, dass es sich …



.. um ein Schiff der Reederei Basel (Schiffseigner Intership AG Zug) handelt; denn am Heck flattert eine Schweizerfahne. 


Schon nähern wir uns der Schleuse Vogelgrun. Zu deutsch sagt man tatsächlich Vogelgrün (elsässisch Vogelgrien). Das dazugehörige Dörfchen hat ca. 550  Einwohner und gehört zu Breisach, das ein paar Kilometer vor uns direkt am Rhein liegt.



Wir schleusen die Schleuse Vogelgrun. Ein Schwarm Kormorane begleitet uns …



…und wir freuen uns auf das Konzert der lässigen Thurgauer “Galgevögel” mit Hansjörg Enz, Andreas Rüber, Alex Good, Rolf Stiefel, Werner “Globi” Straub und Diego Alessi 



Erst aber beobachten wir die Einfahrt unseres Schiffes in die Schleuse. 



Ein heftiger Biswind weht über die gefüllte Schleusenkammer.



Über das Hubtor führt eine Brücke. Es herrscht reger Strassen-Verkehr. 



Ich begebe mich zum hinteren Teil des Schiffes. Da entdecke ich uns gegenüber eine etwas kleinere Schleuse. Die untere Schleusenkammer ist leer. Denn das zweifache Schwenk-Schleusentor, mit darüber liegender Fussgängerbrücke (gelb) ist geschlossen und hält so das Wasser vom abwärts fliessenden Rhein zurück. Die Schleuse steht somit bereit für eine “Flussaufwärts-Schleusung”. Das heisst, sobald ein Schiff stromaufwärts ankommt, kann es in diese leere Schleusenkammer fahren. Das Hubtor am anderen Ende der Schleuse senkt sich und  verschliesst die Schleusen-Kammer. Der Schieber wird geöffnet und das Wasser kann nun die Kammer fluten. Das Schiff hebt sich. Sobald die Kammer gefüllt ist wir sich das gelbe Doppelschwenktor  langsam öffnen (hier gegen den Strom).



Das Schiff kann die Schleuse verlassen dann elegant weiter stromaufwärts fahren.



Unser Schiff möchte bald einmal flussabwärts fahren. Es steht hoch oben in der gefüllten Schleusenkammer. Der Kapitän überprüft ob …



… das Schiff gegen Ausschweifungen / Abtriften gesichert ist …



… und am richtigen Ort steht.


 Der Kapitän überwacht hier am Aussensteuer (also nicht im warmen Steuerhaus) die Schleusung. Von hier aus kann er schneller reagieren, wenn das Schiff zu stark schlingert und so an die Schleusenkammerwand (oder Zweitschiff) stossen würde. 



Er sieht von da aus auch besser, ob sich das Schleusentor richtig …



… und komplett verschliesst. Dann gibt er den Befehl an den Schleusenwärter oder seinem Matrosen die Schieber zu öffnen und so die Schleusenkammer zu entleeren. Dank der Computer- und Telekommunikationstechnik kann (bei wenig Verkehr oder nachts) das ganze Schleusenprozedere ohne Schleusenwärter vorgenommen werden.


Ich begebe mich ins Theatron, denn das Konzert der Galgevögel wird in ein paar Minuten stattfinden.



Tatsächlich da singen und musizieren sie schon die Thurgauer, während das Wasser langsam aus der Schleusenkammer abfliesst …



… sich das Hubtor der “Schleuse Vogelgrun”  öffnet und uns auf die weitere Reise flussabwärts entlässt, 



… begleitet von einem Möwenschwarm  und dem allseits so beliebten AHV-Tango,innbrünstig gesungen von Hansjörg Enz gemeinsam mit Andreas Rüber.



Wir sind bei Breisach und werden in der Nacht nach Strassburg weiter fahren. 



Danke Hansjörg Enz, Andreas Rüber, Alex Good, Rolf Stiefel, Werner “Globi” Straub und Diego Alessi für die schönen, unterhaltsamen und sehr lustigen Stunden mit euch.


Liebe muttiswelt – Leser hört euch in die diversen CD’s der coolen Band ein und kauft die eine oder andere Scheibe – zum Beispiel die Neueste: Galgevögel – badu wadaja


oder:  Galgevögel – Anna Göldi – Inventur


Termine der nächsten Konzerte hier: Events


Musikvideo: Bla Bla Bla

 

Alle Jahre wieder …

… werden stimmige Weihnachts- Festtags- und Neujahrskarten verschickt.Zum Beispiel sendet man die Festtagswünsche via Internet, WhatsApp, MMS oder SMS … oder als Fotogrusskarten an Kollegen, Freunde, Verwandte und Bekannte.Auch dieses Jahr haben wir ab Ende November Weihnachtskarten für den Versand vorbereitet …


Sodeli, da liegen die fertigen Karten seit letzten Mittwoch verpackt bei uns auf dem Pult – und warten –  auf was wohl? Richtig - auf die weihnächtliche Briefmarke. Diese haben wir mittels PTT - Antwortkarte (lag irgend wann mal als Bestellaufforderung  in unserem Briefkasten) vor drei Wochen bestellt und bis heute noch nicht erhalten. Habe am Mittwoch das Ausbleiben bei der PTT reklamiert. Antwort: “Liebes Frau Mutti, hätten sie die Briefmarken per Internet bestellt, wären Ihnen diese innert 48 Stunden zugestellt worden. Wissen Sie mit dem Bearbeiten der Antwortkarten sind wir leider etwas im Verzug (sprich überfordert)!”

So warten wir nun angeschmiert auf die schönen Marken. Ach ja, ich wollte bei der Post neue druckfrische Festtags-Marken besorgen. Doch die Poststellen in unserem Umkreis sind entsorgt worden. An den Eingangstoren verweisen mich druckfrische Zettel zur Postdeponie vom Volg oder noch besser vom Spar. Kein Problem, das ist machbar. Da angelangt wird mir gesagt: “Ach Frau Mutti, wir führen ausschliesslich normale Postmarken, bei Spezialmarken müssen wir passen. Verdienen nichts damit und bleiben höchstens noch jahrelang darauf sitzen!”. 

Ich überlege mir normale Marken zu kaufen. Doch was mache ich dann mit den achtzig bestellten Spezialmarken? Etwa für nächstes Jahr aufbewahren!?  Nein, das sicher nicht. Nächstes Jahr erledigen wir unsere Weihnachtspost per Internet, Telefon, WhatsApp, SMS oder MMS. Das erspart Ärger, Pleiten und Pannen – und – der Beglückte kann postwendend “Danke” für die lieb gemeinten Wünsche sagen :rolleyes:.

 

Der Verstand kann uns sagen,
was wir unterlassen sollen.
Aber das Herz kann uns sagen,
was wir tun müssen.
Joseph Joubert

Na, dann lassen wir das Herz sprechen. Doch so frei vom “Bauch heraus” missfällt mir das Verb “müssen” ganz gründlich. Denn im Werk “Nathan der Weise” von Lessing steht: 

Kein Mensch muss müssen.