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Mâcon ein Juwel an der Saône

Unsere MS Thurgau Rhône steht bei Mâcon am Ufer der Saône und wird geduldig warten bis wir wieder von unserer Stadtbesichtigung zurück sind.

Mâcon ist eine Stadt mit 33’638 Einwohnern (Stand 2017). Diese liegt etwa 60 km nördlich von Lyon, wo die Saône in die Rhône mündet. Mâcon wurde im 3.Jh.v.Chr. von den Kelten gegründet, von den Römern vergrössert und mit strategischen Strassenkreuzungen, sowie Grenzposten ergänzt. Im Mittelalter kaufte Ludwig der Heilige diese Stadt, welche dann nach dem 100 jährigen Krieg vom Karl dem Kühnen übernommen wurde. Zwischendurch so um 1814 und 1815 gehörte die Stadt den Österreichern. Während dem zweiten Weltkrieg galt die Stadt noch bis 1942 als freie Zone zwischen Paris und Lyon. Wurde dann aber von einer Wehrmacht der Nazi doch noch besetzt, bis sie am 4. September 1944 von den Alliierten befreit wurde.

Als Erstes treffen wir auf den französischen Schriftsteller Alphonse de Lamartine (1790 – 1869). Lamartine war nicht nur ein Lyriker, sondern ab 1812 Bürgermeister vom nahen Milly – seinem Geburtsort.

Majestätisch posiert er auf seinem Sockel gegenüber vom Macon Town Hall und dem Stadthaus “Mairie de Macon” …

… und dem wunderschönen “Macon Parc”.

Das ist die grossartige Pont Saint- Laurent. Römische Legionäre bauten hier ursprünglich eine Holzbrücke über die Saône. Diese wurde im 11. Jahrhundert durch eine sechs bögige Steinbrücke ersetzt und bildete von da an einen strategisch wichtigen Übergang (wirtschaftlich und militärisch) über die Saône. Aus diesem Grund hatte man damals die Pont Saint-Lauren mit massiven eisernen Ketten versehen, um sie jederzeit unpassierbar machen zu können. Zur besseren Ausgleichung der Strömung wurde ca. 1550 die Brücke um einige Brückenbögen verlängert.

Beim Place Saint-Pierre steht die gleichnamige Kirche aus dem Jahre 1860. Für deren Vollendung fehlte der Stadt Mâcon das Geld. Kaiser Napoleon der III. hatte der Stadt die fehlenden 200’000 Franc überbringen lassen – natürlich mit dem Hintergedanken, dass zu seiner Huldigung und Übergabe vom Verdienstkreuz der Ehrenlegion noch rechtzeitig fertig werde.

Für die Coronakranken und deren Pflegende sind in dieser Kirche, wie in vielen anderen von Frankreich, Flaggen aufgehängt worden

Die ehemalige Kathedrale Vieux Saint Vincent mit seinen achteckigen Türmen war früher der Sitz vom Bischof von Mâcon
Der gotische Bau ist nach verschiedenen Umbauarbeiten 1799 abgerissen worden, einzig die Türme und der älteste Teil der Kirche sind bis heute erhalten geblieben und ist heute ein denkmalgeschützes Monument, welches hinter den Verglasungen und im unterirdischen Bereich diverse Steinskulpturen und Relikte aus der früheren Zeit zeigen.

Beim Place aux Herbes steht das ältesten noch gut erhaltene und bewohnbare Haus von Frankreich. Es ist 1490 erbaut worden.

Mir fällt diese Türe auf. Aus dem Geschäft von nebenan kommt eine Frau und erklärt uns folgendes dazu:

Hier in Mâcon, wie auch in Lyon hätten die Seidenweber in ihrem eigenen Zuhause oder in grösseren Räumen kostbare Seidenstoffe hergestellt. Damit die Ware vom Herstellungsort trocken zu den Verkäufern in die Läden, zu den Markt-Händlern an der Saône und am Hafen auf die Frachtschiffe habe gebracht werden können, sind eigens dazu solche Durchgänge gebaut worden. Die Leute seien mit ihren Stoffen, von einem Hauseingang zum anderen gelaufen, dann wieder durch einen nächsten Gang usw. Jetzt seien einige schützenswerte Durchgänge zu Museen und Galerien umfunktioniert worden.

Die Pont Saint-Lauren verbindet Mâcon mit La Levée.

Der Kapitän auf der Schiffsbrücke dirigiert sein Schiff,
damit es Städte, Dörfer, Flüsse und Meere miteinander verbindet;
ebenso dass der Schifffahrer und Mitreisende die Welt
- so weit wie es ihm beliebt –
entdecken und wahrnehmen darf,
ohne dabei den Wert der Zeit,
den Sinn und Zweck von seinem Dasein
aus den Augen zu verlieren.

Wilhelm von Humboldt präzisiert dies kurz und bündig:
“Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen,
die dem Leben seinen Wert geben.”

Fly Boarding …

… per Zufall entdeckt in Avenches, am Ufer vom Murtensee …



Ja, da schwebt eine Gestalt fast schwerelos über dem Mont-Vully.



Damit man so über Wasser so schweben kann, benötigt man einen von einem erfahrenen Piloten gesteuerten Jetski. An diesem Jetski wird am Heck ein langer Schlauch an den Auspuff montiert.  Eine Impeller-Pumpe (innerhalb vom Jetski) presst mit hohem Druck Wasser durch den Auspuff in den Verbindungsschlauch und so zum eigentlichen Fluggerät dem Flyboard, welches dem Benutzer zu diesen sogenannten “gefesselten Schwebeflügen” verhilft. 



Der Boarder zieht erst eine dieser Schwimm-Rettungsweste und einen Helm an  …



Dann schlüpft er in diese Spezialschuhe, welche bereits fest auf dem Board montiert sind und setzt sich auf die Rampe. So kann der Verbindungs-Schlauch (zu sehen links auf dem Holzgestell) unterseitig ans Board montiert werden.



Wenn auch noch die Handsteuerung für die Schubabgleichung gefasst ist … 



… kann es losgehen …



… immer unter den Anweisungen des Instruktors und Jetpiloten.



Dieser Flyboardler hält die Handsteuerung in seiner rechten Hand. Er kann so den Rückstoss vom Wasserstrahl selber bestimmen und sogar eine Flughöhe von max. 9 Meter erreichen. 



Der Wasserstrahl im Schlauch wird im unteren Teil vom Fluggerät in zwei Teilströme aufgeteilt und durch die zwei Kanäle im Board von der Horizontalen auf 180 Grad umgelenkt. Die zwei unterhalb vom Board angebrachten Düsen erzeugen einen doppelten Wasserstrahl und so einen Rückstoss.Der Wasserheld kann nun dank diesem Schub mit den Füssen ausbalancierend übers Wasser gleiten (wie anno dazumal Apostel Petrus) …



… im Gegensatz zu Petrus an Höhe gewinnen …



… mit dem Schlauch sogar tanzen …



… oder wie dieser (auch ein Anfänger), etwas eleganter und graziler übers Wasser schweben. Apostel Petrus (der Erste, der je übers Wasser schwebte) bricht sicher in Tränen aus bei diesem Anblick …


Auf meiner Instagram-Seite habe ich zwei Video-Filme ins Netz gestellt. Der gefilmte Flyboardler ist übrigens erst oder schon 66 Jahre alt.


Ach ja, ganz vergessen zu sagen. Das Flyboard  wurde vom französischen Jetski-Fahrer Franky Zapata erfunden. Er hat es beim französischen Patentamt patentieren lassen.

An der Jetski-Meisterschaft in China im Jahre 2012, wurde erstmals ein solches Flyboard vorgestellt und vorgeführt. In der Zwischenzeit kann man akrobatische Shows in den USA regelmässig sehen. In Frankreich ist diese Sportart noch verboten. Hier in der Schweiz muss der Veranstalter pro Vorführ- und Probiertag eine Bewilligung einholen. 

Damit man sieht, wie geübte Flyboardler übers Wasser tanzen und ihre Loopings und Delfinsprünge realisieren, habe ich dieses Video im Youtube gefunden:


Viel Vergnügen!

Sich lernen abzugrenzen …

… ist gar nicht so einfach, nicht einmal nach einem Weiterbildungsseminar, das speziell dafür ausgeschrieben worden ist.


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Mann / Frau sitzt erwartungsvoll als Suchender im Kreis. Jeder hat irgend etwas erlebt das ihn noch nicht loslässt. Er möchte dies endlich verarbeiten und zwar nachhaltig, damit er nicht immer wieder in die gleiche Reaktionsfalle tappt … Der Referent beginnt die Stunde mit einer Entspannungsübung und will etwas später nach seinem Vortrag erfahren, ob das Gezeigte und seine Darlegungen bei uns richtig ankommen sind.


Eine Person meldet sich zu Wort: “All deine Vorführungen und Erläuterungen sind schön und gut. Doch diese können mein Problem nicht lösen. Es muss noch irgend etwas anderes geben, damit meine inneren Spannungen wieder abnehmen.” Es stellt sich heraus, dass sie als Personalchefin in einer grösseren Firma etwas mehr gefordert worden ist. Über Nacht habe die Unternehmung eine Umstrukturierung beschlossen. Für sie als erfahrene Berufsfrau sei dies eine ungewohnte aber doch spannende Herausforderung gewesen. Deshalb habe sie relativ entspannt gemeinsam mit ihrem Team ein annehmbares Ausführungsprojekt erarbeitet und der Firmenleitung zum geforderten Zeitpunkt vorgestellt. Noch während ihren Ausführungen habe man ihr erklärt, dass ihre Lösungsvorschläge nicht zum Tragen kommen werden, weil man ihrerseits ein extern erarbeitetes Papier zur Hand habe. Ihre Aufgabe sei es nun, dieses mit ihren Mitarbeitern fristgerecht umzusetzen. Dieses Vorgehen der Firmenleitung habe sie zwar noch nicht sonderlich aus der Bahn geworfen, da sie ja gelernt habe mit externen Fachkräften zusammen zu arbeiten. Erst als sie die geforderten Massnahmen umsetzen musste, habe sie innerlich um Fassung gerungen. Denn es galt einer grösseren Anzahl Mitarbeiter zu kündigen, als von ihr und ihrem Team errechnet - dies erst noch in einer sehr unvernünftig kurzen Zeit. Die Frau erzählt weiter: ”Diese Kündigungsgespräche belasten mich im Nachhinein immer noch sehr, auch weil ich heute immer noch der Meinung bin, dass diese in diesem Umfang nicht gerechtfertigt gewesen sind. Der Druck ist für mich so gross geworden, dass ich selber gekündigt habe. Man müsste meinen, das Vergangene sei nun wirklich nicht mehr mein Problem, zumal ich selber ziemlich rasch wieder eine Neuanstellung gefunden habe. Doch innerlich werde ich mit dieser Ungerechtigkeit die ich anderen antun musste nicht mehr fertig. Ich glaube nicht, dass diese Übungen mir helfen, mich vom Erlebten ziemlich rasch und endgültig abzugrenzen!”


Wir sind still, blicken in die Runde und schauen dann erwartungsvoll unseren Referenten an. Dieser hält den Kopf etwas schräg, verschränkt die Hände wie zum Gebet: “Also, das ist eine sehr komplexe Problemstellung, welche unseren Diskussionsrahmen sprengt! Wir müssen weiter … Hier habe ich euch ein Blatt mit zwei Fragen zum Thema Licht und Dunkelheit! Ihr habt zehn Minuten Zeit, diese zu beantworten!” Mir hat es für einmal die Sprache verschlagen. Hätte der Referent sich nicht bei uns erkundigen können, ob wir schon Ähnliches erlebt haben? Dass zehn Minuten für einen Erfahrungsaustausch nur minimal gereicht hätten ist für mich auch klar gewesen. Doch immerhin wäre der Hilferuf der Frau nicht ins Leere gelaufen.


Ach ja , den Fragebogen mit den zwei Fragen ”Wie empfindest du Dunkelheit?” und ”Wie fühlt du dich, wenn du im Licht bist?” habe ich draussen diesem stattlichen Rindviech vorgelegt. Es hat mir wie folgt geantwortet:


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“Muh, siehe das ist doch cool -


ich bin schwarz und dunkel,


du bist  weiss und hell


 und widerspiegelst dich in meinem Fell.”


“Einmal Uerzlikon einfach …

… mit Halbtax, bitte!”


“Macht drei Franken!”, antwortet der Chauffeur vom Postauto.


“Drei Franken? Soviel habe ich vorhin für ein Brot und eben soviel für zwei Kilo Kartoffeln bezahlt!”, meine ich lachend und postwendend (befinden uns ja auch in einem richtigen Postauto), bekomme ich zu hören: “Kann schon sein, gute Frau. Doch über Ihr Brot und Ihre Kartoffeln können Sie sich ganz sicher länger freuen, als über die Fahrt von hier nach Uerzlikon!”. Ich setze mich rechts vom Chauffeur auf die vorderste Bank. Das Gefährt setzt sich in Bewegung; und bereits ausserhalb erleben wir einen wunderbaren Panoramarundblick auf die Innerschweizer und Berner Berge, sowie eine grandiose Aussicht übers Reusstal bis hinüber zum Jura …


“Toll dieser Ausblick!”, entfährt es mir. Der Chauffeur lacht und meint dazu, dass es für ihn nichts schöneres gäbe, als tagtäglich diese Strecke zu befahren und dieses Panorama zu geniessen; und dies seit haargenau 40 Jahren. Ende Jahr sei aber Schluss, da werde er pensioniert. Dabei schaut er zu mir rüber und runzelt die Stirn und meint: “Letzthin sah ich im “Anzeiger” ein Foto von Ihnen. Sind Sie nicht die 1000. Einwohnerin von Kappel?”- “Fast, ich bin die 999. Person die zugezogen ist …”, korrigiere ich ihn. “Na, dann habe ich eine Frage: Wieso ziehen Sie als Pensionierte ausgerechnet in diese hinterwäldlerische  Gegend? Das würde mir und meiner Frau nie einfallen. Da geht man doch in den Süden, damit man das Leben noch so richtig geniessen kann! Sehen Sie, vor einer Woche bin ich mit meiner Frau von unserem dreimonatigen Aufenthalt in Katalonien zurückgekommen. Wollen Sie wissen, was wir da gemacht haben?” Der Mann strahlt dabei über die ganzen Backen: “Wir sind dort die ganze Küste abgefahren, bis wir einen tollen Ort gefunden haben, um uns nach der Pensionierung niederzulassen!” – “Aha, sicher kommen Sie ursprünglich von dort!”, falle ich ihm ins Wort. “Nein, nein – Gott bewahre. Meine Frau und ich sind in der Schweiz geboren und haben hier gelebt und gearbeitet. Jetzt wollen wir es nur noch schön haben – und – wo kann man das am besten mit wenig Geld? He, natürlich in Spanien!” Ich bin platt: “Ja was wollen Sie den langen lieben Tag dort machen?” Seine Antwort haut mich fast vom Sitz: “Natürlich das Meer geniessen und jassen! Stellen Sie sich vor, dort gibt es hammerstarke Kumpels, die wissen wie man das Spiel der Spiele spielt; und das beste ist, meine Frau kann endlich den lieben langen Tag am Strand sitzen, palavern und  stricken so viel und so lange sie will!”


Dass ich darauf,


so ganz spontan,


keine Antwort wusste,


versteht sich von selber!


Wenn er doch wenigstens gesagt hätte:


“Wissen Sie, ich bin Fan vom FC Barcelona!”


Wenn ich ehrlich bin, auch darauf hätte ich keine Antwort gewusst,


da ich ebenfalls vom Fussball (wie vom Jassen und Stricken) keine Ahnung habe.


Vielleicht hätte ich einfach sagen sollen:


“Hasta la vista! Ole!”


Sich mit Kindern zu unterhalten …

… ist wirklich sehr unterhaltsam:


Wir sitzen am runden Tisch mit unseren Grosskindern. Da klingelt im Hintergrund eines unserer Handys. Der Fünfjährige fragt: “Was ist denn das für eine komische Melodie?” Wir am Tisch gucken ihn stirnrunzelnd an: “Was du kennst die Erkennungsmelodie für die Kindersendung Muppets Show nicht? – “Muppets Show? Was ist denn das?”, gluckst der Kleine. Wir lassen den Sound nochmals erklingen …


“Ja, jetzt weiss ich es! Das ist gar nicht das Fernsehzeugs was du meinst. Denn, als wir in der Türkei in den Ferien weilten, haben sie jeden Abend diese Musik ertönen lassen, damit wir wussten, dass jetzt Zeit für die Kinderdisco ist.


Sodeli mein Kleiner schau dir mal dieses Filmli an,



eventuell bekommst du Gefallen daran


diesen munteren Gesellen


hin und wieder mal im Facebook oder sonst wo zu begegnen:



siehe auch kurz unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Muppet_Show


damit du alles erfährst über diese drollige Truppe.


Abschliessend ein spezielles Filmli für den Knirps dem ich diesen Beitrag verdanke


https://www.youtube.com/watch?v=NiHEM8pdLVE

und der nebst Kinderdiscos auch die  Star Wars über alles liebt!

Mein lieber Mann …

… weckt mich: “Du mutti, hörst du nicht,  es hat an der Haustüre geläutet?!” – “Kann mir nicht vorstellen, wer mitten in der Nacht etwas von uns will …”, antworte ich.


“Geh’ doch endlich. Es klingelt schon wieder! Das ist sicher der Pöschtler!” – “Oder der Samichlaus!”, brummle ich und öffne dienstbeflissen* die Tür. Draussen steht ein verdatterter Mann. Er habe sich an der Klingel verirrt …


Etwas später beim Frühstück frage ich meinen Mann, wieso er mich geweckt und nicht selber die Türe geöffnet habe. Seine Antwort: “Du bist für Leute, welche uns  bereits morgens um sieben aus dem Bett schellen ein viel angenehmerer Anblick, als ich!”


Über eine solch tolle Ausrede, verpackt in einem faulen Kompliment darf man wirklich herzlich lachen.


Denn, das war wieder einmal


- von meinem Mann -


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ein philosophischer Brunz,


mit leicht durchschaubarerem Hintergrund.

* mein Neujahrsvorsatz “nicht mehr auf jedem Furz zu reagieren”, ist wieder einmal mehr beiseite gelegt worden …

Kinder wissen ganz genau …

… was zu tun ist, wenn mutti am Kochherd nicht mehr weiter weiss!


Wieder einmal hüten wir unsere Grosskinder (4 und 9-jährig) in ihrem neuen Daheim. Das Abendessen habe ich bei uns zu Hause vorgekocht. Es ist an der Zeit, die Speisen wieder aufzuwärmen. Der Gratin im Backofen entwickelt sich prächtig. Nun muss ich nur noch das Fleisch und Gemüse auf dem Herd warm machen.

Nach einer geraumen Weile bemerke ich, dass die Pfannen kalt geblieben sind: “Es ist doch alles auf Stufe neun eingestellt!? Muss ich den Timer ebenfalls einschalten?!” Gesagt getan. Es tut sich nichts. “He, Selina spinnt euer Kochherd manchmal?” – “Nicht dass ich wüsste, mutti!” – Dann beordere ich meinen Mann die Gebrauchsanweisung hervorzuholen. Diese sind hoch oben in einem Schaft, wo ich Winzling nicht drankomme. Leider findet er das Gesuchte dort nicht … ”Also Selina, weisst du wirklich nicht, was ich da am Herd falsch mache?”

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“Nein, mutti! Ich kann dir schlecht  helfen. Wir Kinder dürfen nicht an den Herd! Nur eines weiss ich, es muss immer eine Pfanne auf dem Heizfeld stehen, erst dann kann man kochen!” – “Ist mir schon klar und sowieso, die Kochtöpfe stehen schon seit Stunden auf auf den Kochfeldern!”

 

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Da ruft Leno: “mutti ich habe eine Idee. Stell deine Pfannen in den Eisschrank und wenn sie dann so richtig kalt sind, stellst du sie wieder auf den Herd, und dann merkt der dann schon dass er er die Sachen warm machen muss!” – In diesem Moment fällt mir der Groschen.

 

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Natürlich das ist ein Induktionsherd und meine mitgebrachten Pfannen sind dafür nicht geeignet. Schnell leere ich mein Vorgekochtes in Induktionspfannen um, und zehn Minuten später können wir tatsächlich eine warme Mahlzeit geniessen.

 

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Um klar zu sehen,


genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung.

Antoine de Saint Exupéry

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Ebenfalls von  Saint Exupéry stammt dieser Satz aus Die Stadt in der Wüste, Zitadelle>Die Stadt in der Wüste, Zitadelle>

Ich habe viel über Kinder nachgedacht, die mit ihren weissen Kieseln spielen und sie verwandeln: “Sieh doch,” sagen sie, “dort marschiert ein Heer ein und dort sind die Herden!” Der Vorübergehende aber, der nur Steine sieht, weiss nichts vom Reichtum ihrer Herzen.

 


 

Es war einmal …

… ein kleiner Eisbär,

 

ganz aus Plastik und gar nicht schwer.

Dieser steht in muttis Garten,

und hilft auf Weihnachten warten.

 

 

muttis Sohn erblickt den Plastikwicht:

“Du mutti ein Eisbär ist das nicht!

Das ist eher ein Schaf in Nöten …”

“Meinst du …?”, wagt mutti zu flöten.

 


 

“Hoffentlich war der nicht teuer!”

“Doch! Dafür ist er ein ganz treuer!”

“Ein Eisbär treu? Das glaubst nur du!”

“Er ist angeleint an einer Schnur!”

 

“Dem sagst du treu? Das ist Terror pur!”


Endlich mal …

Arbeiter, die schnell arbeiten können.


Unsere Häuser wurden renoviert. Nun sollten auch die Gärten auf Vordermann gebracht werden. Diese Arbeiten müssten ebenfalls schon lange beendet sein …


Ha, heute ist ein Freudentag. Die Gärtner sind endlich da. Sie krempeln die Ärmel hoch und schlüpfen mit ernstem Gesicht und Blick zum Himmel in ihre Arbeitshandschuhe. Tatsächlich, in windeseile wird ein Sitzplatz nach dem anderen von den alten Steinen befreit. Die Karretten füllen sich und ebenso die Container. Huch, bis am Mittag sind diese übervoll und für den Abtransport bereit. Nun stehen die Gärtner mit Messband und mit dem Gerät für Landvermessungen in den Gärten und teilen die neu zu erstellenden Sitzplätze ein.


Da die wackeren Mannen begreiflicherweise schon etwas müde sind, geht diese Aufgabe sehr langsam vonstatten – und – irgendwie auch belustigend. Einer misst und sein Kollege hockt am Boden und zeichnet die vorgegebenen Punkte ein. Imme wieder machen sie einen Zigarettenhalt und begutachten die Skizzen. Da ich, (nur ganz zufällig, lieber Master), auch in diesen Gärten beschäftigt bin, werfe ich einen Blick auf so eine Zeichnung … Ja, wenn das nur gut kommt. Das ganze sieht eher aus wie ein Gemälde von einem Dreijährigen … Da sind einige der präzisen (?) Längenangaben und der diversen Vermessungspunkte durchgestrichen, gekreuzt und neu beschriftet … He mutti, das ist der Stift, mit dem Stift in der ungelenken Lehrlings – Hand. Mit dem stiftenden Jüngling und dem Stift muss man Geduld und nochmals Geduld haben. 


Auf jeden Fall sehe ich heute morgen, so um 9.00 Uhr noch keinen Arbeiter, Gärtner oder Steinmetz in den Gärten. Die stecken wahrscheinlich alle im Stau vom Gubristtunnel. Der Auftraggeber zuckt mit den Schultern und meint zu mir: “Bin nur schon froh, dass der ganze Scheiss von Platten und Steinen entsorgt ist und die Container wieder weg sind!” – “Eigentlich ist das eine ganz ordentliche und schnelle Equipe, die du da engagiert hast!”, füge ich an. Mein Gegenüber meint: “Da bin ich mir nicht so sicher. Weisst du die hatten für die Befüllung und für den Wegtransport der Container eine feste Terminvorlage, mit der Auflage, dass dem  Gärtnerunternehmen die Verzögerungskosten auferlegt werden …, da mussten die schon etwas Gummi geben!”


Ach ja, die Gärtner sind jetzt auch da! In zweier Grüppchen arbeiten sie mehr harzig als emsig. Der eine pickelt der andere schaufelt. In der Zwischenzeit habe ich alle, für die Gärten bereitstehenden Pflanzen gepflegt und gegossen. Ich höre einen Aufschrei: “Was, duuu hast diese Wampe geküsst!” – “Ja, musste ich wohl, die hat sich mir so aufgedrängt, konnte nicht mehr anders!” Da meine ich zu ihm: “He, so ein starker Mann und so ein feines weibliches Wesen, nicht abwehren können? Das ich nicht lache!” – “Also mutti! Die hat mir gedroht und gesagt, sie werde meinem Chef “stecken”, dass ich die Berufsschule geschwänzt habe!” – “Hi, mutti, das ginge noch … der hat noch ganz anderes nicht gemacht oder auf dem Kerbholz!”, wendet der Ältere ein. “Ich würde natürlich auch lieber eine Tussi küssen als in die Schule gehen!”, meint der dazu kommende Vorarbeiter der Truppe. “Diese Pfunzel küssen …, das wäre noch gegangen. Aber ich musste sie auch noch abschlecken!”


Kein Mensch muss müssen, ausser er tut es gern!”,



dieser zweischneidige Spruch ist auf meinem Mist gewachsen. Natürlich muss man regelmässig in die Schule gehen, auch wenn diese Zeit für einige Leute eine unnötige Qual, oder sogar eine Misshandlung ist.


- und - 


es muss ja nicht gerade die Humboldt – Universität von Berlin sein, oder?